A
AEO (Authorized Economic Operator)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter, AEO-Bewilligung
AEO steht für Authorized Economic Operator und bezeichnet einen von den Zollbehörden bewilligten zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten. Je nach Bewilligungsart können Unternehmen Vereinfachungen bei Zollverfahren (AEOC) oder Vorteile bei sicherheitsbezogenen Kontrollen (AEOS) erhalten.
Beim Import: Für gelegentliche Importe ist eine AEO-Bewilligung meist nicht der erste Schritt. Relevant wird sie bei regelmäßigem Zollverkehr, klaren internen Abläufen und dem Wunsch nach dauerhaft vereinfachten Verfahren. Eine Bewilligung ersetzt weder richtige Zolltarifnummern noch vollständige Unterlagen.
Siehe auch Zollanmeldung, EORI-Nummer, Unionszollkodex (UZK)
Quellen EU-Kommission: AEO-Programm · Europäische Kommission: Union Customs Code
Air Waybill (AWB)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Luftfrachtbrief, AWB, MAWB, HAWB
Der Air Waybill ist der Luftfrachtbrief. Er dokumentiert den Luftfrachtvertrag und enthält Angaben zu Versender, Empfänger, Route, Ware, Gewicht und Abrechnung. Gebräuchlich ist die Abkürzung AWB.
Für die Transportabwicklung: Anders als ein klassisches Orderkonnossement ist der Air Waybill regelmäßig kein handelbares Wertpapier. Für konsolidierte Sendungen können ein Master Air Waybill der Fluggesellschaft und ein House Air Waybill des Spediteurs existieren.
Siehe auch Sea Waybill, Bill of Lading (B/L), Frachtführer
Akkreditiv (Letter of Credit)
Lieferanten & Verhandlung
Auch: Letter of Credit, L/C, Dokumentenakkreditiv
Ein Akkreditiv ist ein Zahlungsversprechen einer Bank, das an genau festgelegte Dokumente und Bedingungen geknüpft ist. Im internationalen Handel wird häufig der englische Begriff Letter of Credit oder die Abkürzung L/C verwendet.
Für den Vertrag: Ein Akkreditiv kann das Zahlungsrisiko zwischen Käufer und Lieferant verteilen, ist aber dokumentenbezogen. Die Bank prüft grundsätzlich Dokumente und nicht die tatsächliche Produktqualität. Unklare Bedingungen, Schreibfehler oder verspätete Dokumente können die Auszahlung blockieren.
Siehe auch Zahlungsbedingungen, Commercial Invoice (Handelsrechnung), Purchase Order (PO)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen ICC: UCP 600
Anmelder (Zoll)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Zollanmelder, Declarant
Der Anmelder ist die Person oder das Unternehmen, in deren Namen eine Zollanmeldung abgegeben wird. Er steht gegenüber dem Zoll für die Angaben in der Anmeldung ein. Ein Spediteur kann die Anmeldung als Vertreter übermitteln; dadurch wird er aber nicht automatisch selbst zum Anmelder.
Für die Zollanmeldung: Lassen Sie sich vor der ersten Einfuhr schriftlich bestätigen, wer Anmelder und wer Zollvertreter ist. Prüfen Sie Warentarifnummer, Zollwert, Ursprung und Zollverfahren, bevor die Anmeldung abgesendet wird. Eine falsche Angabe kann auch dann zu Nachzahlungen oder Verzögerungen führen, wenn ein Dienstleister sie übermittelt hat.
Siehe auch Zollanmeldung, EORI-Nummer, Importeur (Produktrecht)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen EUR-Lex: Unionszollkodex (Verordnung (EU) Nr. 952/2013) · EU-Kommission: Zollanmeldung
Antidumpingzoll
Logistik, Zoll & Import
Auch: Antidumpingabgabe, Antidumpingmaßnahme
Ein Antidumpingzoll ist ein zusätzlicher Einfuhrzoll auf genau festgelegte Waren. Er soll verhindern, dass Produkte aus bestimmten Ländern oder von bestimmten Herstellern zu künstlich niedrigen Preisen in die EU gelangen. Ob die Abgabe greift und wie hoch sie ist, hängt von Warentarifnummer, Ursprung, Hersteller und Zeitpunkt der Einfuhr ab.
Für die Zollanmeldung: Prüfen Sie mögliche Antidumpingmaßnahmen vor der Bestellung, nicht erst bei der Zollanmeldung. Halten Sie Material, Funktion, technische Merkmale, Ursprungsland und Hersteller fest und fragen Sie die aktuellen Maßnahmen im TARIC ab. Die Abgabe kommt zum normalen Zoll hinzu und kann ein vermeintlich günstiges Angebot unwirtschaftlich machen.
Siehe auch TARIC (EU-Zolltarif), Warentarifnummer, Zollwert
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen EU-Kommission: TARIC · EU-Kommission: nichtpräferenzieller Ursprung
AQL (Acceptance Quality Limit)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Annehmbare Qualitätsgrenzlage, Stichprobenprüfung
AQL ist ein Verfahren, mit dem eine Lieferung anhand einer Stichprobe angenommen oder zurückgewiesen wird. Aus Losgröße, Prüfniveau und AQL-Wert ergibt sich, wie viele Teile geprüft werden und wie viele Fehler in der Stichprobe zulässig sind. Der AQL-Wert ist keine zugesicherte Fehlerquote: Auch eine angenommene Lieferung kann fehlerhafte Teile enthalten.
Für die Qualitätsprüfung: Legen Sie vor Produktionsbeginn für kritische, erhebliche und geringfügige Fehler jeweils einen AQL-Wert fest. Vereinbaren Sie außerdem Prüfmethode, Stichprobengröße und die Folgen einer Zurückweisung. Sicherheitskritische Merkmale brauchen häufig eine gesonderte oder vollständige Prüfung; dafür reicht eine normale AQL-Stichprobe nicht automatisch aus.
Siehe auch Prüfplan, Vorversandprüfung (Pre-Shipment Inspection), Golden Sample, Inspection Level (Prüfniveau), Fehlerklassen: kritisch, erheblich, geringfügig
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken, Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen ISO 2859-1:2026
Arrival Notice
Logistik, Zoll & Import
Auch: Ankunftsmitteilung, Avis
Die Arrival Notice ist die Ankunftsmitteilung des Frachtführers oder dessen Agenten. Sie informiert den Empfänger über die bevorstehende oder erfolgte Ankunft der Sendung und enthält meist Angaben zu Schiff, Reise, Container, Ankunftstermin und lokalen Gebühren.
Für die Transportabwicklung: Die Arrival Notice ist keine Warenfreigabe. Der Importeur muss zusätzlich die Zollabfertigung, die Herausgabe durch den Frachtführer und die Abholung oder Zustellung organisieren. Verzögerungen können Lagergeld, Demurrage oder Detention auslösen.
Siehe auch Bill of Lading (B/L), Demurrage und Detention, Zollanmeldung
ATLAS (Zollsystem)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Zollverwaltung, elektronisches Zollsystem
ATLAS ist das elektronische Zollsystem der deutschen Zollverwaltung. Darüber werden unter anderem Zollanmeldungen und verschiedene Nachrichten zu Einfuhr, Ausfuhr und Versandverfahren verarbeitet.
Für die Zollanmeldung: Unternehmen arbeiten häufig über die Software ihres Zollvertreters mit ATLAS. Entscheidend bleiben die gelieferten Stammdaten. Eine technisch erfolgreiche Übermittlung sagt nichts darüber aus, ob Warentarifnummer, Zollwert und Ursprung sachlich richtig sind.
Siehe auch Zollanmeldung, MRN (Movement Reference Number), Anmelder (Zoll)
Quellen Europäische Kommission: Zollanmeldung · Europäische Kommission: Union Customs Code
Aufschubkonto
Logistik, Zoll & Import
Auch: Abgabenaufschub, Zahlungsaufschub Zoll
Mit einem bewilligten Aufschubkonto können bestimmte Einfuhrabgaben gesammelt und zu einem späteren Fälligkeitstermin entrichtet werden. Das kann die laufende Zollabwicklung und Liquiditätsplanung vereinfachen.
Beim Import: Ob ein Aufschubkonto sinnvoll ist, hängt von Importhäufigkeit, Abgabenhöhe und organisatorischem Aufwand ab. Bei wenigen Sendungen genügt häufig die Abwicklung über den Zollvertreter. Gebühren und Zahlungsbedingungen des Dienstleisters sollten transparent vereinbart werden. Ein bewilligter laufender Zahlungsaufschub ist keine automatische Kreditlinie; Kontonutzung und Voraussetzungen sind gesondert zu prüfen.
Siehe auch Einfuhrumsatzsteuer (EUSt), Zollanmeldung, Anmelder (Zoll)
Quellen Deutscher Zoll: Zahlungsaufschub/ATLAS · Europäische Kommission: Union Customs Code
B
Bill of Lading (B/L)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Konnossement, Seefrachtbrief, B/L
Das Bill of Lading ist ein Seefrachtdokument und wird häufig als Konnossement bezeichnet. Es bestätigt die Übernahme oder Verladung der Ware und verkörpert bei entsprechender Ausgestaltung das Recht auf Herausgabe der Sendung.
Für die Transportabwicklung: Zu prüfen sind insbesondere Versender, Empfänger, Warenbeschreibung, Containerdaten, Ladehafen, Löschhafen und Anzahl der Originale. Original Bill of Lading, Sea Waybill und Telex Release haben unterschiedliche Abläufe bei der Warenfreigabe.
Siehe auch Sea Waybill, Telex Release, Arrival Notice
Bill of Materials (BOM)
Produktentwicklung & Private Label
Auch: Stückliste, BOM
Die Bill of Materials ist die Stückliste eines Produkts. Sie führt Bauteile, Materialien, Mengen und häufig auch Versionen oder Lieferanten auf. Üblich ist die Abkürzung BOM.
Für die Produktfreigabe: Eine belastbare Stückliste verhindert, dass ein Lieferant Materialien stillschweigend ersetzt. Bei Eigenmarkenprodukten sollte die freigegebene BOM mit Zeichnungen, Spezifikation und Golden Sample übereinstimmen und einen eindeutigen Revisionsstand tragen.
Siehe auch Produktspezifikation, Golden Sample, SKU (Stock Keeping Unit)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Breakbulk
Logistik, Zoll & Import
Auch: Stückgut, Projektladung
Breakbulk bezeichnet Stückgut, das wegen Abmessungen, Gewicht oder Beschaffenheit nicht in einem Standardcontainer transportiert wird. Beispiele sind große Maschinen, Anlagenteile oder lange Stahlkonstruktionen.
Für die Transportabwicklung: Die Kalkulation umfasst oft besondere Umschlaggeräte, Sicherung, Lagerflächen und Genehmigungen. Vor der Buchung müssen Maße, Gewichte, Anschlagpunkte und Verpackung belastbar bestätigt sein. Kleine Abweichungen können erhebliche Mehrkosten verursachen.
Siehe auch OOG (Out of Gauge), FCL / LCL, CBM (Kubikmeter)
C
CAPA (Corrective and Preventive Action)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Korrektur- und Vorbeugemaßnahme, 8D-Bericht
CAPA steht für Corrective and Preventive Action. Gemeint sind Maßnahmen, die eine festgestellte Fehlerursache beseitigen und ein erneutes Auftreten verhindern sollen.
Für die Qualitätsprüfung: Eine bloße Nacharbeit am betroffenen Los ist noch keine belastbare CAPA. Der Lieferant sollte Ursache, Sofortmaßnahme, dauerhafte Korrektur, Verantwortlichkeit, Termin und Wirksamkeitsprüfung dokumentieren. Bei wiederholten Fehlern ist ein strukturierter 8D-Bericht häufig geeigneter.
Siehe auch NCR (Non-Conformity Report), Fehlerklassen: kritisch, erheblich, geringfügig, Rückstellmuster
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen
CBAM (CO₂-Grenzausgleich)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Carbon Border Adjustment Mechanism, CO2-Grenzausgleichsmechanismus
CBAM ist das CO₂-Grenzausgleichssystem der EU. Bei der Einfuhr bestimmter emissionsintensiver Waren müssen die in der Herstellung entstandenen Emissionen gemeldet und durch CBAM-Zertifikate ausgeglichen werden. Betroffen sind zum Beispiel bestimmte Waren aus Eisen und Stahl, Aluminium, Zement oder Düngemitteln – nicht pauschal alle Importe aus Drittstaaten.
Ein typischer Prüffall: Sie importieren beispielsweise Bauteile aus Stahl. Dann entscheidet nicht die allgemeine Bezeichnung „Stahlteil“, sondern die konkrete Warennummer darüber, ob CBAM greift. Prüfen Sie anschließend die im Kalenderjahr eingeführte Menge. Für bestimmte Waren gilt eine jährliche 50-Tonnen-Schwelle; für Strom und Wasserstoff gelten andere Regeln. Ist die Einfuhr erfasst, brauchen Sie rechtzeitig belastbare Emissionsdaten und gegebenenfalls den Status als zugelassener CBAM-Anmelder.
Siehe auch Warentarifnummer, TARIC (EU-Zolltarif), Ursprungszeugnis (Certificate of Origin)
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Quellen Europäische Kommission: endgültige CBAM-Phase · Änderungsverordnung (EU) 2025/2083
CBM (Kubikmeter)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Cubic Meter, Frachtvolumen
CBM steht für Cubic Meter und bezeichnet das Volumen einer Sendung in Kubikmetern. Es wird aus Länge mal Breite mal Höhe berechnet, wobei alle Maße in Metern eingesetzt werden.
Für die Transportabwicklung: Bei Seefracht als LCL-Sendung beeinflusst das Volumen häufig die Frachtkosten. Maßgeblich können je nach Tarif Volumen oder Gewicht sein. Deshalb sollten Außenmaße der verpackten Kartons und nicht nur die Produktmaße verwendet werden.
Siehe auch FCL / LCL, Packing List (Packliste), THC (Terminal Handling Charge)
CE-Kennzeichnung
Qualität & Produktsicherheit
Auch: CE-Konformität, CE-Zeichen
Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller, dass sein Produkt alle EU-Vorschriften erfüllt, die für dieses Produkt gelten. Das Zeichen ist kein Qualitätssiegel und keine behördliche Freigabe. Es darf nur auf Produkten stehen, für die eine EU-Vorschrift die CE-Kennzeichnung verlangt. Wer Ware unter eigenem Namen oder eigener Marke verkauft, kann rechtlich selbst als Hersteller gelten – auch wenn ein anderes Unternehmen sie produziert.
Vor dem Verkauf: Klären Sie zuerst, ob die konkrete Produktart überhaupt CE-pflichtig ist. Falls ja, müssen Produktversion, anwendbare Vorschriften, Konformitätsbewertung, EU-Konformitätserklärung, technische Unterlagen und Kennzeichnung zusammenpassen. Ein allgemeines „CE-Zertifikat“ des Lieferanten reicht dafür nicht. Falls keine CE-Pflicht besteht, darf das Zeichen nicht angebracht werden.
Siehe auch EU-Konformitätserklärung, Produktsicherheit (GPSR), Produktspezifikation, Importeur (Produktrecht), Konformitätsbewertung, Technische Dokumentation
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen EU-Portal: CE-Kennzeichnung · EU-Portal: Produktkonformität und Wirtschaftsakteure
Certificate of Analysis (CoA)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Analysezertifikat, CoA
Ein Certificate of Analysis bestätigt gemessene Eigenschaften einer Charge oder eines Loses. Es wird als CoA abgekürzt und enthält je nach Produkt beispielsweise chemische Werte, Reinheit, Feuchtigkeit oder mikrobiologische Ergebnisse.
Für die Qualitätsprüfung: Ein CoA ist nur aussagekräftig, wenn Probe, Charge, Prüfmethode, Grenzwerte und Labor eindeutig zugeordnet sind. Eine allgemeine Lieferantenerklärung ohne Messwerte ersetzt kein chargenbezogenes Analysezertifikat.
Siehe auch Certificate of Conformity (CoC), Traceability (Rückverfolgbarkeit), Sicherheitsdatenblatt (SDS)
Certificate of Conformity (CoC)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Konformitätsbescheinigung, CoC
Ein Certificate of Conformity bestätigt die Übereinstimmung eines Produkts mit benannten Anforderungen. Die Abkürzung CoC wird international verwendet, ist aber kein einheitlich geregeltes Dokument für alle Produkte.
Vor dem Verkauf: Vor der Verwendung muss geprüft werden, wer das Dokument ausgestellt hat, welche Norm oder Spezifikation genannt ist und auf welches Modell es sich bezieht. Ein freiwilliges CoC ersetzt nicht automatisch eine gesetzlich erforderliche EU-Konformitätserklärung.
Siehe auch EU-Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung, Konformitätsbewertung
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen EU-Portal: Produktkonformität · Your Europe: CE-Kennzeichnung
Commercial Invoice (Handelsrechnung)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Handelsrechnung, Zollrechnung
Die Commercial Invoice ist die Handelsrechnung für die tatsächlich verkaufte Ware. Sie bildet eine zentrale Grundlage für Zahlung, Zollanmeldung und Ermittlung des Zollwerts.
Beim Import: Die Rechnung sollte Verkäufer, Käufer, Rechnungsnummer, Datum, präzise Warenbeschreibung, Mengen, Einzel- und Gesamtpreise, Währung, Lieferbedingung und Ursprungsangaben enthalten. Vage Beschreibungen wie samples oder parts führen häufig zu Rückfragen.
Siehe auch Packing List (Packliste), Proforma Invoice, Zollwert, Zollanmeldung
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Quellen Europäische Kommission: Zollanmeldung
D
DAP (Delivered at Place)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Geliefert benannter Ort, Incoterms 2020
Bei DAP trägt der Verkäufer Kosten und Risiko des Transports bis zum genau benannten Bestimmungsort. Er liefert, sobald die Ware dort auf dem ankommenden Transportmittel entladebereit zur Verfügung steht. Entladung und Einfuhrabfertigung liegen grundsätzlich beim Käufer.
Für den Vertrag: Im Vertrag sollten Ort und Fassung genau stehen, etwa „DAP [vollständiger Bestimmungsort], Incoterms® 2020“. Ein ungenauer Ort erschwert die Zuordnung von Nachlaufkosten und Gefahrübergang. Einfuhrabgaben und gegebenenfalls erforderliche Genehmigungen sind gesondert zu kalkulieren.
Siehe auch DDP (Delivered Duty Paid), DPU (Delivered at Place Unloaded), Lieferklausel (Incoterms®), Gefahrübergang
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020
DDP (Delivered Duty Paid)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Geliefert verzollt
DDP bedeutet „geliefert verzollt“. Der Verkäufer organisiert und bezahlt den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort und übernimmt grundsätzlich auch die Einfuhrabfertigung und die Einfuhrabgaben. Die Ware wird dort entladebereit bereitgestellt; das Entladen übernimmt der Käufer. DDP regelt jedoch nicht automatisch Eigentum, Vorsteuerabzug oder die produktrechtliche Rolle als Hersteller oder Importeur.
Für den Vertrag: Prüfen Sie vor der Vereinbarung, ob der ausländische Verkäufer die Einfuhr im Bestimmungsland überhaupt rechtskonform abwickeln kann. Benennen Sie den Lieferort genau und klären Sie Anmelder, Zollvertretung, Einfuhrbelege und steuerliche Behandlung schriftlich. Gehen Sie nicht allein wegen der Klausel DDP davon aus, dass Sie die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen können.
Siehe auch Lieferklausel (Incoterms®), Gefahrübergang, Einfuhrumsatzsteuer (EUSt), DAP (Delivered at Place), DPU (Delivered at Place Unloaded)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · BMF: Umsatzsteuer-Anwendungserlass, § 15
Demurrage und Detention
Logistik, Zoll & Import
Auch: Standgeld, Containerstandgeld, Detention
Demurrage sind regelmäßig Kosten für einen Container, der nach Ablauf der freien Zeit noch im Terminal steht. Detention betrifft regelmäßig die verspätete Rückgabe des außerhalb des Terminals befindlichen Containers. Definitionen und Tariflogik können je nach Reederei abweichen.
Für die Transportabwicklung: Die freien Tage beginnen nicht zwingend erst nach der Zollfreigabe. Fehlende Dokumente, Zollprüfungen oder verspätete Abholung können deshalb schnell hohe Zusatzkosten auslösen. Free Time, Beginn der Frist und Tagessätze sollten vor der Buchung bekannt sein.
Siehe auch THC (Terminal Handling Charge), Arrival Notice, FCL / LCL
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
DPU (Delivered at Place Unloaded)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Geliefert benannter Ort entladen, Incoterms 2020
Bei DPU trägt der Verkäufer Kosten und Risiko bis zur Entladung am benannten Bestimmungsort. Anders als bei DAP gehört die Entladung zu seiner Lieferpflicht. Die Einfuhrabfertigung liegt grundsätzlich beim Käufer.
Für den Vertrag: Der Entladeort muss für die Ware erreichbar und geeignet sein. Vor Vertragsschluss sollte geklärt werden, wer erforderliche Hebetechnik bereitstellt und welche Entladekosten entstehen. Klausel, genauer Ort und „Incoterms® 2020“ gehören zusammen.
Siehe auch DAP (Delivered at Place), DDP (Delivered Duty Paid), Lieferklausel (Incoterms®)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020
Dual Sourcing
Beschaffungsstrategie
Auch: Zwei-Lieferanten-Strategie
Dual Sourcing bedeutet, ein Produkt oder eine vergleichbare Funktion von zwei Lieferanten beziehen zu können. Das kann die Abhängigkeit von einer Fertigungsstätte reduzieren, erzeugt aber zusätzliche Arbeit für Freigaben, Qualitätsvergleich und Mengenplanung. Zwei Namen in der Lieferantenliste sind noch keine funktionierende zweite Bezugsquelle.
Für die Lieferantenwahl: Die zweite Quelle sollte dieselbe freigegebene Spezifikation erfüllen und mit Muster, Kapazität, Lieferzeit und Gesamtkosten geprüft sein. Bei Werkzeugen ist zu klären, ob beide Hersteller tatsächlich produzieren können oder ob ein Werkzeugwechsel Wochen dauert.
Siehe auch Lieferantenqualifizierung, Produktspezifikation, Werkzeugkosten (Tooling)
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen
E
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Import-Umsatzsteuer
Die Einfuhrumsatzsteuer ist die Umsatzsteuer, die bei der Einfuhr von Waren aus einem Drittland entsteht. Berechnet wird sie nicht immer nur auf den Rechnungsbetrag: Auch Zollwert, Zoll und bestimmte Transport- oder Nebenkosten können einfließen. Unternehmen können sie nur dann als Vorsteuer abziehen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Der häufigste Irrtum: Wer die EUSt bezahlt, darf sie nicht automatisch als Vorsteuer abziehen. Beispiel: Führt ein ausländischer Verkäufer die Ware im eigenen Namen ein, kann der deutsche Käufer die gezahlte EUSt nicht allein aufgrund der Rechnung geltend machen. Klären Sie deshalb vor dem Versand, wer bei der Einfuhr über die Ware verfügt und auf wen die Einfuhrbelege ausgestellt werden. Bei unklaren Lieferketten ist eine steuerliche Prüfung sinnvoll.
Siehe auch Zollwert, Einstandspreis (Landed Cost), DDP (Delivered Duty Paid), Aufschubkonto
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen BMF: Umsatzsteuer-Anwendungserlass, Abschnitt 15.8 · Zoll: Bemessungsgrundlage der EUSt
Einstandspreis (Landed Cost)
Kosten & Kalkulation
Auch: Landed Cost, Bezugskosten, Gesamtkosten je Einheit
Der Einstandspreis zeigt, was eine verkaufsfähige Einheit am definierten Bestimmungsort kostet. Neben dem Warenpreis können Werkzeug, Muster, Prüfung, Verpackung, Fracht, Versicherung, Zoll, Abfertigung und Inlandstransport relevant sein. Abziehbare Umsatzsteuer ist für die dauerhaften Produktkosten anders zu behandeln als nicht abziehbare Steuern. Der Begriff „Landed Cost“ wird in Unternehmen unterschiedlich weit gefasst; entscheidend ist dieselbe Rechenlogik für alle Angebote.
Für die Kalkulation: Einmalige Werkzeugkosten gehören nicht unbesehen vollständig auf jede Wiederbestellung. Auch die Zahl verkaufsfähiger statt nur bestellter Einheiten verändert den Stückwert. Annahmen zu Menge, Wechselkurs, Lieferbedingung und Ausschuss müssen sichtbar bleiben.
Siehe auch Stückpreis, Zollwert, Total Cost of Ownership (TCO), THC (Terminal Handling Charge)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
ENS (Entry Summary Declaration)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Summarische Eingangsanmeldung, Sicherheitsanmeldung
ENS steht für Entry Summary Declaration und bezeichnet die summarische Eingangsanmeldung. Sie übermittelt der EU vor dem Eintreffen sicherheitsrelevante Angaben zur Sendung und wird im System ICS2 verarbeitet.
Für die Transportabwicklung: Unpräzise Warenbeschreibungen oder fehlende Datenelemente können Rückfragen, Prüfungen und Verzögerungen auslösen. Importeur, Lieferant und Spediteur sollten vor Abfahrt klären, wer welche House- und Master-Daten meldet. Der jeweils Meldepflichtige hängt vom Transport- und Geschäftsmodell ab.
Siehe auch ICS2 (Import Control System 2), MRN (Movement Reference Number), Zollanmeldung
Quellen EU-Kommission: ICS2
EORI-Nummer
Logistik, Zoll & Import
Auch: Economic Operators Registration and Identification
Die EORI-Nummer identifiziert Wirtschaftsbeteiligte bei Zollvorgängen in der EU. Für Unternehmen, die Zollanmeldungen oder andere einschlägige Zollhandlungen vornehmen, ist sie grundsätzlich erforderlich. Sie ist eine Registrierungsnummer, keine Einfuhrgenehmigung und keine Aussage über die Zulässigkeit eines Produkts.
Für die Zollanmeldung: Vor der ersten Sendung sollte geklärt sein, welches Unternehmen die Zollhandlung vornimmt und welche EORI-Nummer in den Unterlagen und beim Zollvertreter verwendet wird. Eine fremde Nummer „zur Vereinfachung“ zu verwenden, löst die Rollenfrage nicht.
Siehe auch HS-Code, Zollwert, DDP (Delivered Duty Paid), Anmelder (Zoll), Zollanmeldung
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Quellen Europäische Kommission: EORI-Nummer
EPR (erweiterte Herstellerverantwortung)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Extended Producer Responsibility, Herstellerverantwortung
EPR bedeutet erweiterte Herstellerverantwortung. Wer bestimmte Produkte oder Verpackungen erstmals in einem Land verkauft, muss sich je nach Produktgruppe registrieren, Mengen melden und die spätere Rücknahme oder Entsorgung mitfinanzieren. Für Verpackungen, Elektrogeräte und Batterien gelten jeweils eigene Systeme; eine Registrierung in einem System erfüllt die anderen Pflichten nicht.
Vor dem Verkauf: Prüfen Sie vor dem ersten Verkauf Produktgruppe, Absatzland und Ihre Rolle in der Lieferkette. Legen Sie für jedes System getrennt fest, wer sich registriert, Mengen meldet und Entsorgungskosten trägt. Für Verpackungen in Deutschland gelten seit dem 12. August 2026 die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 und das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz; Elektrogeräte und Batterien müssen separat betrachtet werden.
Siehe auch LUCID (Verpackungsregister), WEEE (Elektroaltgeräte), Importeur (Produktrecht)
Quellen Verordnung (EU) 2025/40 · VerpackDG · EU-Portal: WEEE-Pflichten
ETA, ETD, ATA, ATD
Logistik, Zoll & Import
Auch: Voraussichtliche und tatsächliche Ankunft und Abfahrt, Estimated Time of Arrival
ETD bezeichnet die voraussichtliche Abfahrt, ETA die voraussichtliche Ankunft, ATD die tatsächliche Abfahrt und ATA die tatsächliche Ankunft. Die Abkürzungen werden bei See-, Luft-, Bahn- und Straßentransporten verwendet.
Für die Transportabwicklung: ETA und ETD sind Planwerte und keine garantierten Termine. Für die Beschaffungsplanung sollten zusätzlich Abfertigung, Umladungen, mögliche Zollprüfungen und der Nachlauf berücksichtigt werden.
Siehe auch Transit Time, Vorlaufzeit (Lead Time)
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
EU-Konformitätserklärung
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Konformitätserklärung, Declaration of Conformity, DoC
Mit der EU-Konformitätserklärung bestätigt der Hersteller schriftlich, dass ein genau bezeichnetes Produkt die dafür geltenden EU-Vorschriften erfüllt. Sie ist für bestimmte Produktgruppen Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung. Welche Angaben sie enthalten muss und wie lange sie aufzubewahren ist, ergibt sich aus den jeweiligen Produktvorschriften. Ein beliebiges Lieferantenzertifikat ist kein Ersatz.
Vor dem Verkauf: Vergleichen Sie Modellbezeichnung, Hersteller, Produktversion und genannte EU-Vorschriften mit dem Produkt, der Kennzeichnung, den Prüfberichten und der technischen Dokumentation. Ein Dokument für ein ähnliches Modell oder einen alten Versionsstand ist keine ausreichende Freigabegrundlage.
Siehe auch CE-Kennzeichnung, Produktsicherheit (GPSR), Produktspezifikation
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen Your Europe: CE-Kennzeichnung · Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren
Externe Beschaffung
Beschaffungsstrategie
Auch: Outsourcing des Einkaufs, externer Einkauf
Bei externer Beschaffung übernimmt ein Dienstleister klar abgegrenzte Einkaufsaufgaben für ein Unternehmen. Das können zum Beispiel Herstellerrecherche, Angebotsvergleich, Musterkoordination oder Produktionsverfolgung sein. Die Entscheidung über Produkt, Budget und Freigaben bleibt in der Regel beim Auftraggeber. Rechts- oder Steuerberatung gehört nicht automatisch zu dieser Leistung.
Für die Lieferantenwahl: Vereinbaren Sie für jede Projektphase konkrete Ergebnisse, Entscheidungspunkte, Vergütung und den Zugang zu Hersteller- und Projektdaten. Klären Sie auch mögliche Interessenkonflikte, etwa Provisionen von Lieferanten. Eine Liste mit Kontaktdaten ist noch keine belastbare Lieferantenprüfung.
Siehe auch Make-or-Buy, Lieferantenqualifizierung, Projektpreis
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
EXW (Ex Works)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Ab Werk, Incoterms 2020
Bei EXW stellt der Verkäufer die Ware am benannten Ort bereit. Ab dort trägt der Käufer grundsätzlich die weiteren Kosten und Risiken, einschließlich Verladung, Ausfuhrabfertigung, Transport und Einfuhrabfertigung.
Für den Vertrag: Für einen Käufer außerhalb des Exportlandes kann die Ausfuhrabfertigung bei EXW praktisch schwierig sein. Vor der Bestellung muss geklärt werden, ob er die Formalitäten tatsächlich erfüllen kann. Soll der Verkäufer am Werk verladen und die Ausfuhr erledigen, kann FCA am Werk besser passen.
Siehe auch FCA (Free Carrier), FOB (Free on Board), Lieferklausel (Incoterms®), Gefahrübergang
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020
F
FCA (Free Carrier)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Frei Frachtführer, Incoterms 2020
Bei FCA liefert der Verkäufer die Ware am vereinbarten Ort an den benannten Frachtführer und erledigt die Ausfuhrabfertigung. Erfolgt die Übergabe am Werk, lädt der Verkäufer die Ware auf; an einem anderen Ort stellt er sie dort entladebereit zur Verfügung. Der benannte Übergabeort bestimmt den Gefahrübergang.
Für den Vertrag: Bei Containern, die vor der Schiffsverladung an ein Terminal übergeben werden, passt FCA häufig besser als FOB. Deshalb sollte der Vertrag den tatsächlichen Übergabepunkt genau nennen, etwa Werk oder Terminal, zusammen mit „Incoterms® 2020“.
Siehe auch EXW (Ex Works), FOB (Free on Board), Lieferklausel (Incoterms®)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020
FCL / LCL
Logistik, Zoll & Import
Auch: Full Container Load, Less than Container Load, Teilladung
FCL bezeichnet eine Containerbuchung für eine Sendung eines Versenders; LCL fasst kleinere Sendungen mehrerer Versender in einem Container zusammen. FCL bedeutet nicht zwingend, dass der Container physisch voll ist. Bei LCL entstehen zusätzliche Konsolidierungs- und Umschlagsschritte, die Kosten und Laufzeit beeinflussen können.
Für die Transportabwicklung: Verglichen werden sollten nicht nur die Seefracht, sondern auch Terminalentgelte, Abfertigung, Inlandstransport, Mindestgebühren und der realistische Ankunftstermin. Außenmaße und Bruttogewicht der verpackten Ware gehören in die Anfrage.
Siehe auch Einstandspreis (Landed Cost), Vorlaufzeit (Lead Time), Lieferklausel (Incoterms®), CBM (Kubikmeter)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Fehlerklassen: kritisch, erheblich, geringfügig
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Critical, Major, Minor, Fehlerkatalog
Bei Qualitätsprüfungen werden Mängel häufig als Critical, Major oder Minor eingestuft. Kritische Fehler können Sicherheit oder Rechtskonformität betreffen. Erhebliche Fehler beeinträchtigen Funktion oder Verkauf wesentlich. Geringfügige Fehler sind meist kosmetisch oder haben geringe Auswirkungen.
Für die Qualitätsprüfung: Die Einstufung muss produktspezifisch erfolgen. Ein Kratzer kann bei einem Sichtteil erheblich, an einer verdeckten Stelle aber geringfügig sein. Der Fehlerkatalog sollte Fotos, Grenzmuster und klare Entscheidungsregeln enthalten.
Siehe auch AQL (Acceptance Quality Limit), Inspection Level (Prüfniveau), NCR (Non-Conformity Report)
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen
Quellen ISO: ISO 2859-1:2026
FOB (Free on Board)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Frei an Bord, Incoterms 2020
FOB ist für See- und Binnenschiffstransporte vorgesehen. Der Verkäufer liefert, wenn die Ware im benannten Verschiffungshafen an Bord des Schiffes ist; dort geht das Risiko auf den Käufer über.
Für den Vertrag: Wird ein Container schon am Terminal übergeben, liegt dieser Punkt vor der Verladung. Dafür ist FCA häufig die passendere Klausel. Bei „FOB [Verschiffungshafen], Incoterms® 2020“ müssen Seefracht, Ankunftskosten, Zoll und Nachlauf zusätzlich kalkuliert werden.
Siehe auch FCA (Free Carrier), EXW (Ex Works), Lieferklausel (Incoterms®), FCL / LCL
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020
Frachtführer
Logistik, Zoll & Import
Auch: Carrier, Beförderer
Ein Frachtführer übernimmt vertraglich die Beförderung der Ware, etwa als Reederei, Fluggesellschaft oder Transportunternehmen. Ein Spediteur organisiert typischerweise Transporte; je nach Vertrag kann er zusätzlich selbst Frachtführer sein.
Für die Transportabwicklung: Vor der Buchung sollte klar sein, wer die Beförderung schuldet und wer bei Verlust, Beschädigung oder Verspätung Ansprechpartner ist. Davon hängt ab, welche Transportdokumente und Fristen bei einer Reklamation zu beachten sind.
Siehe auch Air Waybill (AWB), Bill of Lading (B/L), Lieferklausel (Incoterms®)
I
ICS2 (Import Control System 2)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Sicherheitsdaten vor Ankunft, Einfuhrkontrollsystem
ICS2 ist das Import Control System 2 der Europäischen Union. Es sammelt Sicherheitsdaten für Waren, die in die EU gelangen oder die EU durchqueren, und ermöglicht eine Risikoanalyse vor der Ankunft.
Für die Transportabwicklung: Für den Importeur ist besonders wichtig, dass Lieferant und Spediteur rechtzeitig präzise Warenbeschreibungen, Beteiligte und Tarifdaten erhalten. Begriffe wie general cargo oder parts reichen für eine belastbare Sicherheitsmeldung häufig nicht aus. Der jeweils Meldepflichtige hängt vom Transport- und Geschäftsmodell ab.
Siehe auch ENS (Entry Summary Declaration), Warentarifnummer
Quellen EU-Kommission: ICS2
Importeur (Produktrecht)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Einführer, Wirtschaftsakteur
Als Importeur gilt im EU-Produkterecht meist das in der EU ansässige Unternehmen, das ein Produkt aus einem Drittland erstmals auf dem EU-Markt bereitstellt. Es muss vor dem Verkauf prüfen, ob der Hersteller seine Pflichten erfüllt hat, und übernimmt eigene Pflichten für Kennzeichnung, Unterlagen und Rückverfolgbarkeit. Der Importeur ist nicht automatisch dieselbe Person wie der Empfänger oder der Anmelder beim Zoll.
Vor dem Verkauf: Halten Sie vor der Bestellung schriftlich fest, wer Hersteller, produktrechtlicher Importeur und zollrechtlicher Anmelder ist. Prüfen Sie für das konkrete Produkt Konformitätsunterlagen, Kennzeichnung, Identifizierbarkeit, Anleitungen und Sicherheitsinformationen. Eine Klausel wie DDP verteilt Transportkosten, legt diese gesetzlichen Rollen aber nicht fest.
Siehe auch CE-Kennzeichnung, Produktsicherheit (GPSR), Anmelder (Zoll), Private Label
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen EU-Portal: Produktkonformität · GPSR
Inspection Level (Prüfniveau)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Prüfniveau, General Inspection Level II
Das Inspection Level bestimmt bei einer AQL-Stichprobenprüfung zusammen mit der Losgröße den Kennbuchstaben und damit die Stichprobengröße. Häufig wird General Inspection Level II als Ausgangspunkt verwendet.
Für die Qualitätsprüfung: Ein höheres Prüfniveau bedeutet eine größere Stichprobe, aber nicht automatisch eine vollständige Prüfung. Besondere Prüfniveaus können für zeitaufwendige oder zerstörende Tests sinnvoll sein. Das Prüfniveau sollte vor der Bestellung vereinbart werden.
Siehe auch AQL (Acceptance Quality Limit), Vorversandprüfung (Pre-Shipment Inspection), Fehlerklassen: kritisch, erheblich, geringfügig
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen
Quellen ISO: ISO 2859-1:2026
ISPM 15 (Holzverpackung)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Holzverpackungsmaterial, Paletten, IPPC-Stempel
ISPM 15 ist ein internationaler Standard für Holzverpackungsmaterial im grenzüberschreitenden Handel. Er betrifft unter anderem Paletten, Kisten und Stauholz aus Rohholz und soll die Verbreitung von Schädlingen begrenzen.
Für die Transportabwicklung: Relevantes Holz muss grundsätzlich zugelassen behandelt und korrekt gekennzeichnet sein. Verpackungen, die vollständig aus verarbeiteten Holzwerkstoffen wie Sperrholz gefertigt sind, können ausgenommen sein; eine Palette mit Rohholz-Anteilen ist nicht automatisch ausgenommen. Nichtkonforme Paletten können zu Behandlung, Zurückweisung oder Vernichtung führen.
Siehe auch FCL / LCL, Packing List (Packliste)
Quellen IPPC: ISPM 15, Abschnitt 2.1 · IPPC: ISPM 15
K
KN-Code (Kombinierte Nomenklatur)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Achtstellige Warennummer, Kombinierte Nomenklatur
Der KN-Code ist die achtstellige EU-Warennummer eines Produkts. Seine ersten sechs Stellen entsprechen dem internationalen HS-Code; zwei weitere Stellen präzisieren die Einreihung für Zolltarif und Außenhandelsstatistik in der EU. Für einzelne Einfuhrmaßnahmen können zusätzlich ein zehnstelliger TARIC-Code und weitere Zusatzcodes nötig sein.
Für die Zollanmeldung: Übernehmen Sie den KN-Code nicht ungeprüft aus einer Rechnung oder vom Lieferanten. Für die Einreihung werden Material, Funktion, Aufbau und Verwendung des Produkts benötigt. Prüfen Sie anschließend im TARIC mit Ursprung und geplantem Anmeldedatum, welche Zölle, Beschränkungen oder Dokumente gelten.
Siehe auch HS-Code, TARIC (EU-Zolltarif), Warentarifnummer
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen EU-Kommission: Kombinierte Nomenklatur · EU-Kommission: Einreihung
Konformitätsbewertung
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Conformity Assessment, notifizierte Stelle
Die Konformitätsbewertung ist das Verfahren, mit dem geprüft und dokumentiert wird, ob ein Produkt die anwendbaren rechtlichen Anforderungen erfüllt. Je nach Produkt kann der Hersteller selbst bewerten oder muss eine notifizierte Stelle einbeziehen.
Vor dem Verkauf: Ein Laborbericht ist nur ein Teil der möglichen Nachweise. Vor dem Import müssen Rechtsgrundlage, Normen, Prüfverfahren, technische Dokumentation, Kennzeichnung und Erklärung zusammenpassen.
Siehe auch CE-Kennzeichnung, Technische Dokumentation, EU-Konformitätserklärung
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen EU-Beschluss 768/2008/EG · Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren · Your Europe: CE-Kennzeichnung
L
Lieferantenqualifizierung
Lieferanten & Verhandlung
Auch: Lieferantenauswahl, Lieferantenbewertung, Supplier Qualification
Bei der Lieferantenqualifizierung wird geprüft, ob ein Anbieter das konkrete Produkt in der erforderlichen Qualität, Menge und Frist herstellen oder beschaffen kann. Registerdaten, Referenzen, Kapazitätsangaben, Muster und gegebenenfalls ein Werks-Audit liefern unterschiedliche Nachweise. Ein Zertifikat für das Managementsystem beweist noch nicht die Eignung einer bestimmten Produktversion.
Für die Lieferantenwahl: Die Prüfung sollte mit Ausschlusskriterien beginnen: Fertigungsmethode, kritische Materialien, verfügbare Kapazität und nachvollziehbare Qualitätssteuerung. Erst Angebote von technisch geeigneten Anbietern sind sinnvoll vergleichbar.
Siehe auch Werks-Audit, Mindestbestellmenge (MOQ), Golden Sample
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen
Lieferklausel (Incoterms®)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Incoterms, Incoterms 2020, EXW, FOB, CIF, DAP, Incoterms Regeln
Eine Lieferklausel legt fest, wie weit der Verkäufer die Ware liefern muss und welche Kosten und Risiken Verkäufer und Käufer übernehmen.
Sie beantwortet zum Beispiel: Wer organisiert den Transport? Wer bezahlt die Fracht? Wer übernimmt die Ausfuhr- oder Einfuhrabwicklung? Und an welchem Ort geht das Transportrisiko vom Verkäufer auf den Käufer über?
Häufig werden dafür die standardisierten Incoterms® 2020 der International Chamber of Commerce (ICC) verwendet. Beispiele sind EXW, FOB, CIF oder DAP.
Beispiel: Bei DAP Regensburg organisiert und bezahlt der Verkäufer den Transport bis zum vereinbarten Ort in Regensburg. Die Einfuhrabfertigung und gegebenenfalls anfallende Einfuhrabgaben übernimmt grundsätzlich der Käufer.
Wichtig: Incoterms® regeln vor allem Lieferung, Kosten und Gefahrübergang. Sie regeln beispielsweise nicht automatisch den Eigentumsübergang, die Zahlungsbedingungen oder sämtliche vertraglichen Haftungsfragen.
Für den Vertrag: Im Angebot sollte deshalb immer eine konkrete Klausel inklusive Ort und Fassung stehen, zum Beispiel „DAP Regensburg, Incoterms® 2020“.
Siehe auch DDP (Delivered Duty Paid), Gefahrübergang, Einstandspreis (Landed Cost), EXW (Ex Works), FCA (Free Carrier), FOB (Free on Board), DAP (Delivered at Place), DPU (Delivered at Place Unloaded)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020
LUCID (Verpackungsregister)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Zentrale Stelle Verpackungsregister, Verpackungsregister
LUCID ist das deutsche Register für Unternehmen, die verpackte Waren in Deutschland in Verkehr bringen. Dort müssen sich die jeweils verantwortlichen Unternehmen registrieren; je nach Verpackung kommen außerdem Systembeteiligung und Mengenmeldungen hinzu. Wer verantwortlich ist, hängt davon ab, wer die konkrete Verpackung erstmals auf dem deutschen Markt bereitstellt.
Vor dem Verkauf: Prüfen Sie bei Eigenmarken und importierten Fremdmarken für jede Verpackungsart, welches Unternehmen sie erstmals in Deutschland bereitstellt. Behandeln Sie Registrierung, Systembeteiligung und Mengenmeldung als drei getrennte Prüfpunkte. Dokumentieren Sie Marken, Materialarten und Mengen nachvollziehbar. Seit dem 12. August 2026 gelten dafür die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 und das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz.
Siehe auch EPR (erweiterte Herstellerverantwortung)
Quellen Verordnung (EU) 2025/40 · VerpackDG · Zentrale Stelle Verpackungsregister: Eigenmarken und Importe
M
Make-or-Buy
Beschaffungsstrategie
Auch: Eigenfertigung oder Fremdbezug
Make-or-Buy ist die Entscheidung, eine Leistung selbst zu erbringen oder von außen zu beziehen. Bei Beschaffung umfasst der Vergleich nicht nur internen Lohn und externen Angebotspreis, sondern auch benötigte Kapazität, Wissen, Führung, Qualitätsrisiko und Abhängigkeit von Dritten.
Für die Lieferantenwahl: Zuerst müssen strategische Produktentscheidungen von operativen Einkaufsaufgaben getrennt werden. Dann werden beide Varianten mit gleichem Leistungsumfang und derselben Bezugsperiode verglichen. Eine teilweise Auslagerung kann wirtschaftlicher sein als eine vollständige Entweder-oder-Entscheidung.
Siehe auch Externe Beschaffung, Total Cost of Ownership (TCO)
Mindestbestellmenge (MOQ)
Lieferanten & Verhandlung
Auch: MOQ, Minimum Order Quantity
Die MOQ ist die kleinste Menge, zu der ein Hersteller unter den vereinbarten Bedingungen liefern will. Sie kann aus Rüstaufwand, Materialmindestmengen, Verpackung oder Einkauf beim Unterlieferanten entstehen. Eine niedrige MOQ kann mit höherem Stückpreis verbunden sein.
Für die Lieferantenwahl: Statt nur um die Zahl zu verhandeln, sollten mehrere Kombinationen aus Menge, Preis, Liefertermin und Abrufen angefragt werden. Die günstigste Staffel kann unvorteilhaft sein, wenn Ware lange lagert oder Kapital bindet.
Siehe auch Stückpreis, Vorlaufzeit (Lead Time), Werkzeugkosten (Tooling)
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen, Total Landed Cost richtig berechnen
MRN (Movement Reference Number)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Zollreferenznummer, Movement Reference Number
Die MRN ist die eindeutige Referenznummer eines elektronisch erfassten Zollvorgangs. Mit ihr lassen sich die Anmeldung und zugehörige Statusmeldungen demselben Vorgang zuordnen.
Für die Transportabwicklung: MRN und Sendungsnummer sollten gemeinsam in den Unterlagen stehen. So können Unternehmen und Zollvertreter den Bearbeitungsstand einer konkreten Sendung nachvollziehen und erforderliche Nachweise schneller zuordnen.
Siehe auch Zollanmeldung, ATLAS (Zollsystem), NCTS (Versandverfahren)
Quellen Europäische Kommission: Zollanmeldung · Europäische Kommission: Union Customs Code
O
OEM / ODM
Produktentwicklung & Private Label
Auch: Original Equipment Manufacturer, Original Design Manufacturer
OEM und ODM beschreiben in der Beschaffungspraxis unterschiedliche Anteile des Herstellers an Produktentwicklung und Fertigung. Die Begriffe werden nicht überall einheitlich verwendet; daraus folgt weder automatisch, wem ein Design gehört, noch wer im EU-Produkterecht als Hersteller gilt.
Für die Produktfreigabe: Vertrag und Spezifikation müssen festlegen, wer Zeichnungen, Formen, Software und Verpackungsdaten erstellt, besitzt und nach Projektende nutzen darf. Ebenso wichtig sind Änderungsrechte, Produktkennzeichnung und die rechtliche Rolle beim Verkauf unter eigener Marke.
Siehe auch Private Label, Produktspezifikation, Werkzeugkosten (Tooling)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren
OOG (Out of Gauge)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Übermaß, Sperrgut, Flat Rack, Open Top
OOG steht für Out of Gauge. Gemeint ist Ladung, deren Abmessungen über die Innenmaße oder die normale Kontur eines Standardcontainers hinausgehen.
Für die Transportabwicklung: Für die Buchung sind bestätigte Endmaße, Gewicht, Schwerpunkt, Anschlagpunkte und Verpackung erforderlich. Der Transport kann Flat Rack, Open Top, Sondergenehmigungen und besondere Sicherung benötigen.
Siehe auch Breakbulk, CBM (Kubikmeter), FCL / LCL
P
Packing List (Packliste)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Packliste, Packzettel
Die Packing List beschreibt, wie eine Sendung verpackt ist. Sie enthält üblicherweise Packstücknummern, Inhalte, Mengen, Kartonmaße, Netto- und Bruttogewichte sowie gegebenenfalls Paletten und Containerdaten.
Für die Transportabwicklung: Die Summen müssen zu Handelsrechnung, Frachtbuchung und tatsächlicher Verladung passen. Eine genaue Packliste beschleunigt Zollprüfung, Wareneingang und Schadensbearbeitung.
Siehe auch Commercial Invoice (Handelsrechnung), CBM (Kubikmeter), Zollanmeldung
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Präferenznachweis
Logistik, Zoll & Import
Auch: Ursprungsnachweis für Zollpräferenz, EUR.1, Ursprungserklärung
Ein Präferenznachweis kann bei der Einfuhr einen ermäßigten oder entfallenden Zoll ermöglichen. Er belegt, dass die Ware die Ursprungsregeln eines bestimmten Handelsabkommens erfüllt. Je nach Abkommen dient dafür zum Beispiel eine EUR.1, eine Ursprungserklärung oder eine Erklärung zum Ursprung. Das Herstellungs- oder Versandland allein reicht nicht aus.
Ein einfaches Beispiel: Die Angabe „Made in Vietnam“ genügt nicht, um automatisch einen günstigeren Zollsatz zu erhalten. Zuerst muss die Ware die Ursprungsregel des betreffenden Handelsabkommens erfüllen. Danach ist der dort vorgesehene Nachweis nötig – etwa eine Ursprungserklärung. Ein gewöhnliches Ursprungszeugnis ist nicht automatisch ein Präferenznachweis.
Siehe auch Ursprungszeugnis (Certificate of Origin), REX (Registered Exporter System), Zollwert
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Quellen EU-Kommission: Ursprungsnachweise und „importer's knowledge“ · EU-Kommission: Präferenzursprung
Private Label
Produktentwicklung & Private Label
Auch: Eigenmarke, Handelsmarke, White Label
Ein Private-Label-Produkt wird unter der Marke des Auftraggebers verkauft, während ein Dritter es fertigt. Die Bandbreite reicht von markierter Standardware bis zu eigener Entwicklung. Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, kann nach EU-Produktrecht als Hersteller gelten und entsprechende Pflichten tragen.
Vor dem Verkauf: Produkt und Verpackung müssen als eine freigegebene Version behandelt werden. Vor Serienauftrag sind Spezifikation, Kennzeichnung, technische Unterlagen, Sicherheitsinformationen und Zuständigkeiten für Änderungen und Reklamationen zu klären.
Siehe auch OEM / ODM, Produktspezifikation, Produktsicherheit (GPSR), Importeur (Produktrecht)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren
Produktsicherheit (GPSR)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: General Product Safety Regulation, Verordnung (EU) 2023/988
Die GPSR ist die allgemeine EU-Verordnung für die Sicherheit von Verbraucherprodukten. Sie verlangt, dass Produkte bei normaler oder vorhersehbarer Verwendung sicher sind, und regelt unter anderem Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnung, Warnhinweise und Pflichten beim Onlineverkauf. Für viele Produktgruppen gelten zusätzlich speziellere EU-Vorschriften.
Vor dem Verkauf: Prüfen Sie das konkrete Produkt und die Vertriebsform: Sicherheitsbewertung, Hersteller- und Importeurangaben, Produktidentifikation, Warnhinweise, Rückverfolgbarkeit und Angaben im Fernabsatz müssen zusammenpassen. Bei Eigenmarken kann der Markeninhaber rechtlich selbst als Hersteller gelten. Die GPSR ersetzt weder eine erforderliche CE-Konformitätsbewertung noch umgekehrt.
Siehe auch CE-Kennzeichnung, EU-Konformitätserklärung, Private Label, Importeur (Produktrecht), REACH (EU-Chemikalienrecht)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen Verordnung (EU) 2023/988, insbesondere Artikel 2 und 13
Produktspezifikation
Produktentwicklung & Private Label
Auch: Spezifikation, Lastenheft, Anforderungsprofil
Die Produktspezifikation beschreibt den zu liefernden Stand so, dass Hersteller ein vergleichbares Angebot abgeben und Prüfer Abweichungen feststellen können. Neben Funktion und Material gehören je nach Produkt Maße, Toleranzen, Verpackung, Kennzeichnung, Prüfmerkmale und freigegebene Versionen dazu. „Hochwertig“ oder „stabil“ sind ohne messbaren Maßstab keine ausreichenden Anforderungen.
Für die Produktfreigabe: Offene Punkte sollten sichtbar als offene Entscheidung markiert werden. Jede Angebots-, Muster- und Produktionsversion muss auf denselben freigegebenen Stand verweisen; sonst wird eine Preisabweichung leicht mit einer Produktänderung verwechselt.
Siehe auch Golden Sample, Prüfplan, Prototyp, Bill of Materials (BOM)
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken, Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Proforma Invoice
Lieferanten & Verhandlung
Auch: Proformarechnung, vorläufige Rechnung
Die Proforma Invoice ist eine vorläufige Rechnung oder kaufmännische Aufstellung. Sie wird häufig für Anzahlungen, Angebotsbestätigung, Transportvorbereitung oder behördliche Zwecke verwendet.
Für die Zusammenarbeit: Vor der Einfuhr muss sie regelmäßig durch eine korrekte Commercial Invoice ersetzt oder ergänzt werden. Preise, Mengen, Währung und Lieferkondition sollten mit Bestellung und Zahlung übereinstimmen.
Siehe auch Commercial Invoice (Handelsrechnung), Zahlungsbedingungen, Purchase Order (PO)
Projektpreis
Kosten & Kalkulation
Auch: Festpreis, Pauschalpreis
Ein Projektpreis ist ein vereinbarter Preis für einen abgegrenzten Leistungsumfang. Er schafft Planbarkeit nur, wenn Produktversion, Menge, Lieferort, Prüfungen, Dokumente, Termine und Änderungsverfahren klar beschrieben sind. „Alles inklusive“ ohne diese Grenzen ist keine belastbare Kalkulationsgrundlage.
Für die Kalkulation: Im Angebot sollte ersichtlich sein, welche Positionen im Preis stecken und welche durch eine neue Freigabe, einen anderen Transportweg oder eine geänderte Menge zusätzlich entstehen können. Vergleichsmaßstab bleibt der gleiche Bestimmungsort und Leistungsumfang.
Siehe auch Einstandspreis (Landed Cost), Stückpreis
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Prototyp
Produktentwicklung & Private Label
Auch: Entwicklungsmuster, Sample, Vorserienmuster
Ein Prototyp ist ein früher Entwicklungsstand, mit dem Funktion, Form oder Bedienung geprüft werden. Er kann mit anderen Materialien oder Verfahren entstehen als die Serie. Ein erfolgreicher Prototyp belegt daher noch nicht, dass der Hersteller die gewünschte Qualität bei der geplanten Menge wiederholbar liefern kann.
Für die Produktfreigabe: Jede Musterrunde braucht eine dokumentierte Liste der offenen Punkte und einen Versionsstand. Erst ein freigegebenes, seriennahes Muster zusammen mit Spezifikation und Prüfplan ist eine geeignete Referenz für den Serienauftrag.
Siehe auch Golden Sample, Produktspezifikation, Werkzeugkosten (Tooling)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Prüfplan
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Qualitätsprüfplan, Inspektionsplan
Ein Prüfplan beschreibt, welche Produktmerkmale mit welcher Methode, Stichprobe und Toleranz kontrolliert werden und welche Entscheidung bei Abweichungen folgt. Er verbindet Spezifikation und Muster mit der tatsächlichen Qualitätsprüfung. Ein allgemeiner AQL-Wert allein deckt nicht alle Funktions- oder Sicherheitsmerkmale ab.
Für die Qualitätsprüfung: Kritische Merkmale brauchen passende Prüfmethoden und gegebenenfalls eine vollständige Prüfung. Der Plan sollte vor der Produktion freigegeben sein und Produktversion, Fehlerklassen, Messmittel sowie Berichtspflichten nennen.
Siehe auch AQL (Acceptance Quality Limit), Golden Sample, Vorversandprüfung (Pre-Shipment Inspection)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Purchase Order (PO)
Lieferanten & Verhandlung
Auch: Bestellung, Bestellauftrag, PO
Die Purchase Order hält die Bestellung des Käufers fest. Sie führt die vereinbarte Produktversion mit Menge, Preis, Liefertermin, Lieferort und Zahlungsbedingungen zusammen.
Für die Zusammenarbeit: Zeichnungen, Spezifikation und Muster sollten mit ihrem Versionsstand ausdrücklich in der Bestellung bezeichnet werden. So lässt sich bei einer Abweichung feststellen, welcher Stand bestellt wurde und welche Liefer- oder Prüfanforderungen vereinbart waren.
Siehe auch RFQ (Request for Quotation), Proforma Invoice, Produktspezifikation, Lieferklausel (Incoterms®)
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
R
REACH (EU-Chemikalienrecht)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe, Kandidatenliste
REACH ist das zentrale EU-Chemikalienrecht. Es regelt den Umgang mit chemischen Stoffen und kann auch für importierte Produkte Pflichten auslösen – etwa Stoffbeschränkungen oder Informationspflichten zu besonders besorgniserregenden Stoffen. Für Stoffe, Gemische und fertige Erzeugnisse gelten unterschiedliche Anforderungen. Eine allgemeine „REACH-Zertifizierung“ für ein Produkt gibt es nicht.
Was eine Lieferantenerklärung leisten muss: Ein Satz wie „REACH compliant“ reicht nicht aus. Die Erklärung muss erkennen lassen, für welche Produktversion und welche Materialien sie gilt und welche Beschränkungen oder Kandidatenlistenstoffe geprüft wurden. Bei einem Produkt aus mehreren Kunststoffen, Metallen und Beschichtungen werden deshalb Materialinformationen zu den einzelnen Bestandteilen benötigt.
Siehe auch Sicherheitsdatenblatt (SDS), RoHS (Stoffbeschränkung Elektrogeräte), Produktsicherheit (GPSR)
Quellen ECHA: Kandidatenlistenstoffe in Erzeugnissen
REX (Registered Exporter System)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Registrierter Ausführer, REX-Nummer
REX steht für Registered Exporter System. Registrierte Ausführer können in bestimmten Präferenzsystemen und Handelsabkommen Erklärungen zum Ursprung abgeben.
Beim Import: Ob eine REX-Nummer erforderlich ist, hängt von Abkommen, Ursprungsland und Sendungswert ab. Nummer, Wortlaut und Ursprungskriterium sollten vor der Präferenzbeantragung geprüft werden.
Siehe auch Präferenznachweis, Ursprungszeugnis (Certificate of Origin)
Quellen EU-Kommission: Ursprungsnachweise und „importer’s knowledge“ · EU-Kommission: Registered Exporter System (REX) · Europäische Kommission: Access2Markets
RFQ (Request for Quotation)
Lieferanten & Verhandlung
Auch: Angebotsanfrage, Anfrage
Eine RFQ ist eine strukturierte Angebotsanfrage. Sie gibt potenziellen Lieferanten dieselbe Produktversion, Menge und gewünschte Leistung vor, damit ihre Angebote vergleichbar werden.
Für die Lieferantenwahl: Spezifikation, Varianten, Verpackung, Prüfanforderungen, Lieferort, Termin und Lieferklausel gehören in die Anfrage. Fehlen diese Angaben, kann ein niedriger Preis auf anderem Material, geringerem Prüfumfang oder einer anderen Lieferleistung beruhen.
Siehe auch Purchase Order (PO), Produktspezifikation, Lieferklausel (Incoterms®)
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen
RoHS (Stoffbeschränkung Elektrogeräte)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Restriction of Hazardous Substances, Elektrogeräte
RoHS begrenzt bestimmte gefährliche Stoffe in erfassten Elektro- und Elektronikgeräten. Dazu gehören je nach Anwendungsbereich unter anderem Blei, Quecksilber, Cadmium und bestimmte Flammschutzmittel oder Weichmacher. RoHS betrifft damit die Zusammensetzung des Geräts; WEEE regelt gesondert den Umgang mit Elektroaltgeräten.
Vor dem Verkauf: Für die konkrete Produktversion müssen Anwendbarkeit, mögliche Ausnahmen, Materialnachweise und technische Dokumentation zusammenpassen. Ein Prüfbericht für ein ähnliches Modell genügt nicht. Vor dem Inverkehrbringen sind auch Kennzeichnung und die Pflichten des jeweiligen Wirtschaftsakteurs zu prüfen.
Siehe auch WEEE (Elektroaltgeräte), CE-Kennzeichnung, REACH (EU-Chemikalienrecht)
Quellen RoHS-Richtlinie 2011/65/EU · EU-Portal: WEEE-Pflichten · Europäische Kommission: RoHS
Rückstellmuster
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Retained Sample, Referenzprobe, Rückhaltemuster
Ein Rückstellmuster ist eine aufbewahrte Probe aus einer bestimmten Charge oder Lieferung. Es dokumentiert die tatsächlich produzierte Ausführung und ermöglicht spätere Vergleiche bei Reklamationen oder Materialabweichungen.
Für die Qualitätsprüfung: Artikel, Charge, Produktionsdatum und Freigabestand müssen eindeutig zugeordnet sein. Lagerbedingungen und Aufbewahrungsdauer sollten zum Produkt passen; sonst kann das Muster für einen späteren Vergleich ungeeignet sein.
Siehe auch Golden Sample, Traceability (Rückverfolgbarkeit), NCR (Non-Conformity Report)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
S
Sea Waybill
Logistik, Zoll & Import
Auch: Seefrachtbrief, nicht handelbar
Das Sea Waybill ist ein nicht handelbares Seefrachtdokument. Die Ware wird dem benannten Empfänger in der Regel ohne Vorlage eines Originalkonnossements herausgegeben, sobald die übrigen Freigabevoraussetzungen erfüllt sind.
Für die Transportabwicklung: Es eignet sich besonders bei vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen und wenn keine Dokumentenkontrolle über Originale benötigt wird. Käufer sollten vorab klären, ob Zahlungsmodell und Bankabwicklung dazu passen.
Siehe auch Bill of Lading (B/L), Telex Release
Sicherheitsdatenblatt (SDS)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: SDS, MSDS, Safety Data Sheet
Das Sicherheitsdatenblatt enthält Informationen zu gefährlichen Stoffen oder Gemischen, unter anderem zu Eigenschaften, Gefahren, Handhabung, Lagerung, Transport und Schutzmaßnahmen. International sind die Kürzel SDS und MSDS gebräuchlich. Ein Sicherheitsdatenblatt betrifft Stoffe und Gemische unter den jeweiligen REACH-Voraussetzungen, nicht pauschal jedes gefährliche Erzeugnis.
Worauf es ankommt: Das Dokument muss zum tatsächlich gelieferten Produkt, Hersteller, Markt und aktuellen Rechtsstand passen. Für Gefahrguttransporte sind zusätzlich Klassifizierung, UN-Nummer und transportrechtliche Angaben zu prüfen.
Siehe auch REACH (EU-Chemikalienrecht), Certificate of Analysis (CoA)
Quellen ECHA: Sicherheitsdatenblätter · ECHA: REACH
SKU (Stock Keeping Unit)
Produktentwicklung & Private Label
Auch: Artikelnummer, Variantennummer
Eine SKU kennzeichnet eine intern geführte Artikelvariante eindeutig. Eine andere Farbe, Größe oder Verpackung kann eine eigene SKU erfordern, wenn die Variante getrennt bestellt, gelagert oder verkauft wird.
Für die Produktfreigabe: Dieselbe Kennung sollte in Spezifikation, Bestellung, Etikett, Packliste und Wareneingang verwendet werden. So lassen sich Varianten auch dann sicher zuordnen, wenn ihre Produktnamen nahezu identisch sind.
Siehe auch Bill of Materials (BOM), Produktspezifikation
Stückpreis
Kosten & Kalkulation
Auch: Einzelpreis, Preis pro Einheit, Staffelpreis
Der Stückpreis ist der ausgewiesene Preis je Einheit unter bestimmten Mengen- und Lieferbedingungen. Er sagt für sich genommen nicht, welche Kosten für Werkzeug, Prüfung, Fracht, Zoll oder Lieferung noch entstehen. Zwei Stückpreise sind nur vergleichbar, wenn Produktstand und Leistungsumfang übereinstimmen.
Für die Kalkulation: Bei jeder Preisstaffel sollten MOQ, Werkzeugverteilung, Zahlungsplan und Bestandseffekt mitgerechnet werden. Ein niedrigerer Stückpreis kann durch größere Lagerbestände oder längere Kapitalbindung wirtschaftlich schlechter sein.
Siehe auch Einstandspreis (Landed Cost), Mindestbestellmenge (MOQ), Projektpreis
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
T
TARIC (EU-Zolltarif)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Integrierter Zolltarif der EU, zehnstelliger Code
TARIC ist die EU-Datenbank für Zollmaßnahmen bei der Einfuhr und Ausfuhr. Zu einem Warencode zeigt sie unter anderem Zollsätze, Antidumpingabgaben, Kontingente, Verbote und benötigte Dokumente. Welche Maßnahmen angezeigt werden, hängt zusätzlich von Ursprung, Datum und gegebenenfalls Hersteller oder Zusatzcodes ab. Nationale Umsatz- und Verbrauchsteuern sind nicht vollständig enthalten.
Für die Zollanmeldung: Ermitteln Sie zuerst den sachlich richtigen Warencode. Fragen Sie TARIC dann mit Ursprung, geplantem Anmeldedatum und nötigen Zusatzcodes ab und speichern Sie das Ergebnis zur Kalkulation. Eine Datenbankabfrage mit einem ungeprüften Lieferantencode liefert zwar ein Ergebnis, aber nicht zwingend das richtige.
Siehe auch HS-Code, KN-Code (Kombinierte Nomenklatur), Antidumpingzoll, Warentarifnummer
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen EU-Kommission: TARIC · EU-Kommission: Einreihung
Technische Dokumentation
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Technical File, Produktakte, technische Unterlagen
Die technische Dokumentation ist die Nachweisakte eines Produkts. Sie zeigt, wie das Produkt aufgebaut ist, welche Risiken bewertet wurden und womit die Einhaltung der geltenden Anforderungen belegt wird. Dazu können zum Beispiel Zeichnungen, Stücklisten, Risikobeurteilungen, Prüfberichte, Anleitungen und Kennzeichnungen gehören. Der genaue Inhalt richtet sich nach dem jeweiligen Produktrecht.
Vor dem Verkauf: Achten Sie darauf, dass Zeichnungen, Stückliste, Risikobeurteilung, Prüfberichte, Anleitung und Kennzeichnung dieselbe Produktversion nennen. Ein Zertifikat oder Prüfbericht für ein ähnliches Modell schließt keine Lücke in der Akte der tatsächlich gelieferten Ware.
Siehe auch Konformitätsbewertung, EU-Konformitätserklärung, CE-Kennzeichnung
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen EU-Portal: Produktkonformität · Your Europe: CE-Kennzeichnung
Telex Release
Logistik, Zoll & Import
Auch: Freigabe ohne Originale, Konnossement
Beim Telex Release bestätigt die Reederei oder ihr Agent, dass die Originalkonnossemente am Abgangsort zurückgegeben oder ordnungsgemäß freigestellt wurden. Die Ware kann danach am Zielort ohne Vorlage der Originale herausgegeben werden.
Für die Transportabwicklung: Der Begriff wird in der Praxis uneinheitlich verwendet. Vor Zahlung und Freigabe sollte klar sein, ob Originale ausgestellt wurden, wer sie kontrolliert und welche Bestätigung der Zielagent benötigt.
Siehe auch Bill of Lading (B/L), Sea Waybill
THC (Terminal Handling Charge)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Terminalumschlagsgebühr, Hafengebühr
THC steht für Terminal Handling Charge. Die Gebühr deckt bestimmte Umschlagleistungen am Containerterminal ab und kann am Abgangs- oder Bestimmungsort anfallen.
Für die Transportabwicklung: Ob THC im angebotenen Preis enthalten ist, hängt von Frachtvertrag, Tarif und Incoterms®-Regel ab. Neben THC können weitere lokale Gebühren entstehen. Ein reiner Seefrachtpreis bildet deshalb selten die gesamten Hafenkosten ab.
Siehe auch FCL / LCL, Demurrage und Detention, Lieferklausel (Incoterms®)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Total Cost of Ownership (TCO)
Kosten & Kalkulation
Auch: Gesamtkosten, Lebenszykluskosten
TCO umfasst die Kosten eines Produkts oder einer Beschaffungsentscheidung über den betrachteten Lebenszyklus. Je nach Zweck können dazu Anschaffung, Betrieb, Wartung, Ausfälle, Entsorgung und Kosten der Lieferantenbeziehung gehören. TCO ist weiter als der Einstandspreis, der grundsätzlich die Kosten bis zum festgelegten Bestimmungsort betrachtet.
Für die Kalkulation: Der Betrachtungszeitraum und die Kostenarten sollten vor dem Vergleich feststehen. Bei Maschinen kann der Energie- und Wartungsbedarf wichtiger sein als ein kleiner Preisunterschied; bei Handelsware können Ausfall- und Reklamationskosten dominieren.
Siehe auch Einstandspreis (Landed Cost), Make-or-Buy
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Traceability (Rückverfolgbarkeit)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Rückverfolgbarkeit, Chargenverfolgung, Seriennummer
Rückverfolgbarkeit verbindet eine Ware über Chargen- oder Seriennummern mit Herstellung, Materialien und Prüfungen. Dadurch lässt sich eine betroffene Lieferung bei Qualitätsproblemen eingrenzen.
Vor dem Verkauf: Die Kennung muss auf Produkt, Verpackung, Prüfbericht und Wareneingang zusammenpassen. Bei einer Reklamation kann das Unternehmen so gezielt prüfen, welche Chargen betroffen sind und welche Ware gesperrt werden muss.
Siehe auch Rückstellmuster, Produktsicherheit (GPSR), Importeur (Produktrecht)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren · EUR-Lex: Verordnung (EU) 2023/988
Transit Time
Logistik, Zoll & Import
Auch: Transportdauer, Laufzeit, Beförderungsdauer
Transit Time bezeichnet die Transportdauer zwischen zwei festgelegten Punkten, etwa von Hafen zu Hafen oder von Tür zu Tür. Ohne diese Punkte sind Laufzeitangaben verschiedener Anbieter kaum vergleichbar.
Für die Transportabwicklung: Die genannte Zeit umfasst nicht automatisch Produktion, Wartezeit vor Abfahrt, Zollabfertigung oder Nachlauf. Für einen Liefertermin am Lager müssen diese Schritte zusätzlich eingeplant und der Beginn und das Ende der Transportdauer klar benannt werden.
Siehe auch Vorlaufzeit (Lead Time), ETA, ETD, ATA, ATD
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
U
Unionszollkodex (UZK)
Logistik, Zoll & Import
Auch: UZK, UCC, Union Customs Code
Der Unionszollkodex bildet den rechtlichen Rahmen für Zollverfahren in der Europäischen Union. Die deutsche Abkürzung lautet UZK, international wird UCC verwendet. Der UZK ist die Verordnung (EU) Nr. 952/2013; Details folgen auch aus Delegations- und Durchführungsrecht.
Wann betrifft mich das: Sobald ein Unternehmen Ware aus einem Drittland in die EU einführt oder aus der EU ausführt, laufen die zollrechtlichen Grundregeln im Hintergrund über den UZK. Im Tagesgeschäft begegnen sie Ihnen zum Beispiel bei Zollanmeldung, Zollwert, Zollschuld oder besonderen Verfahren. Für die konkrete Sendung kommen nationale Abläufe und produktspezifische Vorschriften hinzu.
Siehe auch Zollverfahren, Zollanmeldung, Zollwert
Quellen EU-Kommission: UZK-Rechtsgrundlagen
Ursprungszeugnis (Certificate of Origin)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Certificate of Origin, nichtpräferenzieller Ursprung, CoO
Ein Ursprungszeugnis bescheinigt, in welchem Land eine Ware ihren nichtpräferenziellen Ursprung hat. Dieser Ursprung ist zum Beispiel für handelspolitische Maßnahmen, Einfuhrbeschränkungen oder Kennzeichnungsvorgaben wichtig. Das Dokument führt nicht automatisch zu einem niedrigeren Zollsatz; dafür ist ein passender Präferenznachweis nötig.
Beim Import: Klären Sie zuerst, wofür der Ursprung nachgewiesen werden soll. Für eine Zollvergünstigung gelten die Regeln und Nachweise des jeweiligen Handelsabkommens. Bei einer normalen Einfuhr in die EU ist ein Ursprungszeugnis nicht pauschal vorgeschrieben, der in der Zollanmeldung angegebene Ursprung muss aber belegbar sein.
Siehe auch Präferenznachweis, REX (Registered Exporter System)
Quellen EU-Kommission: nichtpräferenzieller Ursprung · EU-Kommission: Präferenznachweise
V
Verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA)
Logistik, Zoll & Import
Auch: vZTA, verbindliche Tarifauskunft
Eine verbindliche Zolltarifauskunft ist eine schriftliche Entscheidung des Zolls, welcher Warennummer ein genau beschriebenes Produkt zugeordnet wird. Sie bindet den Inhaber und die Zollbehörden in der EU grundsätzlich drei Jahre lang. Über Ursprung, Zollwert oder Produktsicherheit entscheidet sie nicht.
Für die Zollanmeldung: Ein Antrag lohnt sich besonders, wenn die Einreihung unklar ist und davon erhebliche Abgaben oder Auflagen abhängen. Beschreiben Sie Material, Funktion und Ausführung vollständig und fügen Sie bei Bedarf ein Muster bei. Vor jeder Nutzung muss geprüft werden, ob das importierte Produkt noch genau der beschriebenen Version entspricht und die Entscheidung weiterhin gilt.
Siehe auch HS-Code, Zollwert, Warentarifnummer
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Quellen EU-Kommission: Binding Tariff Information
VGM (Verified Gross Mass)
Logistik, Zoll & Import
Auch: Verifizierte Bruttomasse, SOLAS, Containergewicht
VGM steht für Verified Gross Mass und bezeichnet die bestätigte Bruttomasse eines gepackten Seecontainers. Sie umfasst Ware, Verpackung, Sicherungsmaterial und Eigengewicht des Containers.
Für die Transportabwicklung: Ohne rechtzeitig übermittelte VGM-Angabe darf ein Container grundsätzlich nicht auf ein SOLAS-pflichtiges Schiff verladen werden. Verantwortlichkeit, Wiegeverfahren und Meldefrist sollten vor der Anlieferung am Terminal geklärt sein.
Siehe auch FCL / LCL, Arrival Notice
Quellen IMO: Containertransport/VGM
Vorlaufzeit (Lead Time)
Lieferanten & Verhandlung
Auch: Lieferzeit, Lead Time
Die Vorlaufzeit ist die Zeit vom definierten Startpunkt bis zum definierten Endpunkt eines Vorgangs. In der Beschaffung kann sie Musterfreigabe, Materialbeschaffung, Fertigung, Prüfung, Transport, Zoll und Nachlauf umfassen. Eine reine „Transit Time“ des Frachtführers ist daher nicht automatisch die Lieferzeit bis zum Lager.
Für die Transportabwicklung: Im Auftrag sollte der gewünschte Ankunftstermin am konkreten Ort stehen. Der Terminplan braucht Puffer für Freigaben, Feiertage, Kapazitätsengpässe und mögliche Nacharbeit. Kritisch ist oft nicht die Seefahrt, sondern eine verspätete Musterentscheidung.
Siehe auch Mindestbestellmenge (MOQ), FCL / LCL, Transit Time
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken, Hersteller finden und belastbar prüfen
Vorversandprüfung (Pre-Shipment Inspection)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: PSI, Endkontrolle, Pre-Shipment Inspection
Bei der Vorversandprüfung wird die weitgehend fertiggestellte Ware vor dem Versand anhand des vereinbarten Prüfplans kontrolliert. Je nach Produkt werden Menge, Ausführung, Funktion, Verpackung und Kennzeichnung geprüft. Ein bestandener Stichprobentest schließt Fehler außerhalb der Stichprobe nicht aus und ersetzt keine erforderliche Konformitätsbewertung oder Laborprüfung.
Für die Qualitätsprüfung: Der Bericht sollte Auftrag, Produktversion, Losgröße, Stichprobe, Ergebnisse und Fotos eindeutig verbinden. Bei Mängeln braucht es eine dokumentierte Entscheidung über Nacharbeit, Wiederholungsprüfung oder Versandstopp, bevor die Ware das Werk verlässt.
Siehe auch Prüfplan, AQL (Acceptance Quality Limit), Golden Sample, Inspection Level (Prüfniveau), NCR (Non-Conformity Report)
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen, Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen
Quellen ISO: ISO 2859-1:2026
W
Warentarifnummer
Logistik, Zoll & Import
Auch: Zolltarifnummer, Warennummer, Warencode
Die Warentarifnummer ist die Nummer, unter der ein Produkt im Zolltarif geführt wird. Sie entscheidet mit darüber, welcher Zollsatz, welche Verbote, Genehmigungen oder zusätzlichen Maßnahmen gelten. International beginnt die Einreihung mit dem sechsstelligen HS-Code; in der EU wird sie zum achtstelligen KN-Code und bei der Einfuhr häufig zum zehnstelligen TARIC-Code erweitert.
Für die Zollanmeldung: Für die richtige Einreihung brauchen Sie belastbare Angaben zu Material, Funktion, Aufbau und Verwendung. Übernehmen Sie den Code des Lieferanten oder einen alten Bescheid für ein anderes Modell nicht ungeprüft. Prüfen Sie mit vollständigem EU-Code, Ursprung und geplantem Anmeldedatum die aktuellen Maßnahmen im TARIC.
Siehe auch HS-Code, KN-Code (Kombinierte Nomenklatur), TARIC (EU-Zolltarif), Verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen EU-Kommission: TARIC · EU-Kommission: Einreihung
WEEE (Elektroaltgeräte)
Qualität & Produktsicherheit
Auch: Waste Electrical and Electronic Equipment, Elektro- und Elektronikaltgeräte
WEEE bezeichnet die EU-Regeln für Elektro- und Elektronikaltgeräte. Hersteller und Importeure müssen je nach Land dafür sorgen, dass Geräte registriert, gekennzeichnet und nach dem Gebrauch zurückgenommen und ordnungsgemäß behandelt werden. Die konkreten Pflichten hängen von Geräteart, Unternehmensrolle und Absatzland ab.
Vor dem Verkauf: Prüfen Sie vor dem ersten Verkauf in jedem Zielland Registrierung, Kennzeichnung, Mengenmeldung und Finanzierung der Rücknahme. Eine deutsche Registrierung gilt nicht automatisch in anderen EU-Ländern. WEEE betrifft die Entsorgung; Stoffbeschränkungen nach RoHS müssen separat geprüft werden.
Siehe auch RoHS (Stoffbeschränkung Elektrogeräte), EPR (erweiterte Herstellerverantwortung), LUCID (Verpackungsregister)
Quellen EU-Portal: WEEE-Pflichten
Werks-Audit
Lieferanten & Verhandlung
Auch: Lieferantenaudit, Factory Audit, Herstelleraudit
Ein Werks-Audit prüft die Produktionsstätte und ihre Prozesse anhand vorab festgelegter Kriterien. Dazu können Fertigungskapazität, Qualitätsmanagement, Materialfluss, Prüfmittel, Unterlieferanten und Arbeitsbedingungen gehören. Der Nutzen hängt von Produkt und Risiko ab; ein Audit ist keine Garantie für fehlerfreie spätere Lieferungen.
Für die Qualitätsprüfung: Der Bericht sollte Beobachtungen, Nachweise und offene Abweichungen unterscheiden. Vor dem Auftrag muss geklärt sein, wer Maßnahmen bis wann umsetzt und wie deren Wirksamkeit überprüft wird. Ein Besuch ohne klare Prüffragen erzeugt vor allem Eindrücke.
Siehe auch Lieferantenqualifizierung, Prüfplan
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen
Werkzeugkosten (Tooling)
Produktentwicklung & Private Label
Auch: Tooling, Formenkosten, Werkzeugbau
Werkzeugkosten entstehen für produktbezogene Formen, Vorrichtungen, Lehren oder Druckplatten. Sie fallen häufig vor der Serienfertigung an und können separat berechnet oder in den Stückpreis eingerechnet werden. Der wirtschaftliche Eigentümer und das Recht zur späteren Nutzung ergeben sich nicht allein daraus, wer die Rechnung bezahlt hat.
Für die Produktfreigabe: Vor der Zahlung sollten Eigentum, Standort, Kennzeichnung, Wartung, Ersatz, Herausgabe und Nutzung für andere Kunden vertraglich geregelt sein. Für den Preisvergleich sind einmalige Werkzeugkosten getrennt von wiederkehrenden Warenkosten zu zeigen.
Siehe auch OEM / ODM, Prototyp, Einstandspreis (Landed Cost)
Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen, Total Landed Cost richtig berechnen
Z
Zahlungsbedingungen
Lieferanten & Verhandlung
Auch: Anzahlung, Restzahlung
Zahlungsbedingungen bestimmen Höhe und Fälligkeit von Anzahlungen, Teil- und Restzahlungen. Sie beeinflussen Finanzierung, Verhandlungsmacht und Risiko, besonders wenn zwischen Zahlung und Wareneingang mehrere Monate liegen. Eine späte Zahlung ersetzt allerdings keine klare Prüfung oder vertragliche Mängelregelung.
Für den Vertrag: Zahlungen sollten an überprüfbare Ereignisse geknüpft sein, etwa Freigabe einer Produktversion, Abschluss einer definierten Produktionsphase oder dokumentierte Prüfung. Bankdaten und Zahlungsempfänger müssen zum Vertragspartner passen; Änderungen benötigen einen gesonderten Bestätigungsprozess.
Siehe auch Vorversandprüfung (Pre-Shipment Inspection), Mindestbestellmenge (MOQ), Akkreditiv (Letter of Credit)
Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen, Total Landed Cost richtig berechnen
Zollanmeldung
Logistik, Zoll & Import
Auch: Customs Declaration, Einfuhranmeldung
Mit der Zollanmeldung beantragt der Anmelder, Ware in ein bestimmtes Zollverfahren zu überführen. Dafür werden unter anderem Warennummer, Ursprung, Wert und Beteiligte angegeben.
Für die Zollanmeldung: Auch wenn ein Zollvertreter die Daten übermittelt, sollten Rechnung, Produktbeschreibung und Stammdaten vorab abgestimmt sein. Fehler können Abgaben, Warenfreigabe und spätere Nachweise beeinflussen; eine erfolgreiche technische Übermittlung bestätigt die sachliche Richtigkeit noch nicht.
Siehe auch Anmelder (Zoll), Zollwert, Warentarifnummer, ATLAS (Zollsystem)
Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken
Quellen EU-Kommission: Zollanmeldung
Zollverfahren
Logistik, Zoll & Import
Auch: Freier Verkehr, Zolllager, aktive Veredelung, vorübergehende Verwendung, Versand
Ein Zollverfahren bestimmt, wie Nichtunionswaren zollrechtlich behandelt werden. Beispiele sind Überlassung zum freien Verkehr, Zolllager, aktive Veredelung, vorübergehende Verwendung und Versand.
Für die Zollanmeldung: Die Überlassung zum freien Verkehr ist nicht für jeden Warenfluss wirtschaftlich optimal. Bei Reparatur, Verarbeitung, Zwischenlagerung oder Wiederausfuhr können besondere Verfahren sinnvoll sein, benötigen aber saubere Bestandsführung. Für die Nutzung ist das jeweilige Bewilligungs- und Anmeldeverfahren vorab zu prüfen; der Betrieb eines Zolllagers und die aktive Veredelung erfordern grundsätzlich eine zollrechtliche Bewilligung.
Siehe auch Unionszollkodex (UZK), Zollanmeldung, AEO (Authorized Economic Operator)
Quellen EU-Kommission: Zolllager · EU-Kommission: aktive Veredelung
Zollwert
Logistik, Zoll & Import
Auch: Transaktionswert, Bemessungsgrundlage Zoll
Der Zollwert ist der Wert, auf den ein wertabhängiger Einfuhrzoll berechnet wird. Ausgangspunkt ist meist der tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis der für die EU bestimmten Ware. Bestimmte Kosten – etwa Transport bis zur EU-Grenze, beigestellte Werkzeuge oder Lizenzgebühren – können hinzugerechnet werden; andere Beträge können abzugsfähig sein. Deshalb ist der Rechnungsbetrag nicht automatisch der Zollwert.
Für die Zollanmeldung: Prüfen und dokumentieren Sie für jede Einfuhr Lieferbedingung, Transport- und Versicherungskosten, Beistellungen, Werkzeuge und mögliche Lizenzgebühren. Halten Sie fest, welche Beträge im Rechnungspreis enthalten sind. Verwechseln Sie Zollwert, Zollbetrag und Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer nicht miteinander.
Siehe auch HS-Code, Einfuhrumsatzsteuer (EUSt), Einstandspreis (Landed Cost), Zollanmeldung, Commercial Invoice (Handelsrechnung)
Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen
Quellen EU-Kommission: Berechnung von Zöllen und Zollwert · EU-Kommission: EUSt-Bemessungsgrundlage