Importlexikon

Fachbegriffe rund um Einkauf, Qualität, Zoll und Import.

Von der Angebotsanfrage bis zur Zollanmeldung: Dieses Lexikon erklärt Begriffe, die Entscheidungen in Einkauf, Qualitätssicherung und Import prägen. Zu jedem Stichwort erfahren Sie, was es bedeutet und worauf es in der Praxis ankommt.

Begriffe von A bis Z

97 Begriffe

A

AEO (Authorized Economic Operator)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter, AEO-Bewilligung

AEO steht für Authorized Economic Operator und bezeichnet einen von den Zollbehörden bewilligten zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten. Je nach Bewilligungsart können Unternehmen Vereinfachungen bei Zollverfahren (AEOC) oder Vorteile bei sicherheitsbezogenen Kontrollen (AEOS) erhalten.

Beim Import: Für gelegentliche Importe ist eine AEO-Bewilligung meist nicht der erste Schritt. Relevant wird sie bei regelmäßigem Zollverkehr, klaren internen Abläufen und dem Wunsch nach dauerhaft vereinfachten Verfahren. Eine Bewilligung ersetzt weder richtige Zolltarifnummern noch vollständige Unterlagen.

Quellen EU-Kommission: AEO-Programm · Europäische Kommission: Union Customs Code

Air Waybill (AWB)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Luftfrachtbrief, AWB, MAWB, HAWB

Der Air Waybill ist der Luftfrachtbrief. Er dokumentiert den Luftfrachtvertrag und enthält Angaben zu Versender, Empfänger, Route, Ware, Gewicht und Abrechnung. Gebräuchlich ist die Abkürzung AWB.

Für die Transportabwicklung: Anders als ein klassisches Orderkonnossement ist der Air Waybill regelmäßig kein handelbares Wertpapier. Für konsolidierte Sendungen können ein Master Air Waybill der Fluggesellschaft und ein House Air Waybill des Spediteurs existieren.

Akkreditiv (Letter of Credit)

Lieferanten & Verhandlung

Auch: Letter of Credit, L/C, Dokumentenakkreditiv

Ein Akkreditiv ist ein Zahlungsversprechen einer Bank, das an genau festgelegte Dokumente und Bedingungen geknüpft ist. Im internationalen Handel wird häufig der englische Begriff Letter of Credit oder die Abkürzung L/C verwendet.

Für den Vertrag: Ein Akkreditiv kann das Zahlungsrisiko zwischen Käufer und Lieferant verteilen, ist aber dokumentenbezogen. Die Bank prüft grundsätzlich Dokumente und nicht die tatsächliche Produktqualität. Unklare Bedingungen, Schreibfehler oder verspätete Dokumente können die Auszahlung blockieren.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen ICC: UCP 600

Anmelder (Zoll)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Zollanmelder, Declarant

Der Anmelder ist die Person oder das Unternehmen, in deren Namen eine Zollanmeldung abgegeben wird. Er steht gegenüber dem Zoll für die Angaben in der Anmeldung ein. Ein Spediteur kann die Anmeldung als Vertreter übermitteln; dadurch wird er aber nicht automatisch selbst zum Anmelder.

Für die Zollanmeldung: Lassen Sie sich vor der ersten Einfuhr schriftlich bestätigen, wer Anmelder und wer Zollvertreter ist. Prüfen Sie Warentarifnummer, Zollwert, Ursprung und Zollverfahren, bevor die Anmeldung abgesendet wird. Eine falsche Angabe kann auch dann zu Nachzahlungen oder Verzögerungen führen, wenn ein Dienstleister sie übermittelt hat.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen EUR-Lex: Unionszollkodex (Verordnung (EU) Nr. 952/2013) · EU-Kommission: Zollanmeldung

Antidumpingzoll

Logistik, Zoll & Import

Auch: Antidumpingabgabe, Antidumpingmaßnahme

Ein Antidumpingzoll ist ein zusätzlicher Einfuhrzoll auf genau festgelegte Waren. Er soll verhindern, dass Produkte aus bestimmten Ländern oder von bestimmten Herstellern zu künstlich niedrigen Preisen in die EU gelangen. Ob die Abgabe greift und wie hoch sie ist, hängt von Warentarifnummer, Ursprung, Hersteller und Zeitpunkt der Einfuhr ab.

Für die Zollanmeldung: Prüfen Sie mögliche Antidumpingmaßnahmen vor der Bestellung, nicht erst bei der Zollanmeldung. Halten Sie Material, Funktion, technische Merkmale, Ursprungsland und Hersteller fest und fragen Sie die aktuellen Maßnahmen im TARIC ab. Die Abgabe kommt zum normalen Zoll hinzu und kann ein vermeintlich günstiges Angebot unwirtschaftlich machen.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen EU-Kommission: TARIC · EU-Kommission: nichtpräferenzieller Ursprung

AQL (Acceptance Quality Limit)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Annehmbare Qualitätsgrenzlage, Stichprobenprüfung

AQL ist ein Verfahren, mit dem eine Lieferung anhand einer Stichprobe angenommen oder zurückgewiesen wird. Aus Losgröße, Prüfniveau und AQL-Wert ergibt sich, wie viele Teile geprüft werden und wie viele Fehler in der Stichprobe zulässig sind. Der AQL-Wert ist keine zugesicherte Fehlerquote: Auch eine angenommene Lieferung kann fehlerhafte Teile enthalten.

Für die Qualitätsprüfung: Legen Sie vor Produktionsbeginn für kritische, erhebliche und geringfügige Fehler jeweils einen AQL-Wert fest. Vereinbaren Sie außerdem Prüfmethode, Stichprobengröße und die Folgen einer Zurückweisung. Sicherheitskritische Merkmale brauchen häufig eine gesonderte oder vollständige Prüfung; dafür reicht eine normale AQL-Stichprobe nicht automatisch aus.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken, Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen ISO 2859-1:2026

Arrival Notice

Logistik, Zoll & Import

Auch: Ankunftsmitteilung, Avis

Die Arrival Notice ist die Ankunftsmitteilung des Frachtführers oder dessen Agenten. Sie informiert den Empfänger über die bevorstehende oder erfolgte Ankunft der Sendung und enthält meist Angaben zu Schiff, Reise, Container, Ankunftstermin und lokalen Gebühren.

Für die Transportabwicklung: Die Arrival Notice ist keine Warenfreigabe. Der Importeur muss zusätzlich die Zollabfertigung, die Herausgabe durch den Frachtführer und die Abholung oder Zustellung organisieren. Verzögerungen können Lagergeld, Demurrage oder Detention auslösen.

ATLAS (Zollsystem)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Zollverwaltung, elektronisches Zollsystem

ATLAS ist das elektronische Zollsystem der deutschen Zollverwaltung. Darüber werden unter anderem Zollanmeldungen und verschiedene Nachrichten zu Einfuhr, Ausfuhr und Versandverfahren verarbeitet.

Für die Zollanmeldung: Unternehmen arbeiten häufig über die Software ihres Zollvertreters mit ATLAS. Entscheidend bleiben die gelieferten Stammdaten. Eine technisch erfolgreiche Übermittlung sagt nichts darüber aus, ob Warentarifnummer, Zollwert und Ursprung sachlich richtig sind.

Quellen Europäische Kommission: Zollanmeldung · Europäische Kommission: Union Customs Code

Aufschubkonto

Logistik, Zoll & Import

Auch: Abgabenaufschub, Zahlungsaufschub Zoll

Mit einem bewilligten Aufschubkonto können bestimmte Einfuhrabgaben gesammelt und zu einem späteren Fälligkeitstermin entrichtet werden. Das kann die laufende Zollabwicklung und Liquiditätsplanung vereinfachen.

Beim Import: Ob ein Aufschubkonto sinnvoll ist, hängt von Importhäufigkeit, Abgabenhöhe und organisatorischem Aufwand ab. Bei wenigen Sendungen genügt häufig die Abwicklung über den Zollvertreter. Gebühren und Zahlungsbedingungen des Dienstleisters sollten transparent vereinbart werden. Ein bewilligter laufender Zahlungsaufschub ist keine automatische Kreditlinie; Kontonutzung und Voraussetzungen sind gesondert zu prüfen.

Quellen Deutscher Zoll: Zahlungsaufschub/ATLAS · Europäische Kommission: Union Customs Code

B

Bill of Lading (B/L)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Konnossement, Seefrachtbrief, B/L

Das Bill of Lading ist ein Seefrachtdokument und wird häufig als Konnossement bezeichnet. Es bestätigt die Übernahme oder Verladung der Ware und verkörpert bei entsprechender Ausgestaltung das Recht auf Herausgabe der Sendung.

Für die Transportabwicklung: Zu prüfen sind insbesondere Versender, Empfänger, Warenbeschreibung, Containerdaten, Ladehafen, Löschhafen und Anzahl der Originale. Original Bill of Lading, Sea Waybill und Telex Release haben unterschiedliche Abläufe bei der Warenfreigabe.

Bill of Materials (BOM)

Produktentwicklung & Private Label

Auch: Stückliste, BOM

Die Bill of Materials ist die Stückliste eines Produkts. Sie führt Bauteile, Materialien, Mengen und häufig auch Versionen oder Lieferanten auf. Üblich ist die Abkürzung BOM.

Für die Produktfreigabe: Eine belastbare Stückliste verhindert, dass ein Lieferant Materialien stillschweigend ersetzt. Bei Eigenmarkenprodukten sollte die freigegebene BOM mit Zeichnungen, Spezifikation und Golden Sample übereinstimmen und einen eindeutigen Revisionsstand tragen.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Breakbulk

Logistik, Zoll & Import

Auch: Stückgut, Projektladung

Breakbulk bezeichnet Stückgut, das wegen Abmessungen, Gewicht oder Beschaffenheit nicht in einem Standardcontainer transportiert wird. Beispiele sind große Maschinen, Anlagenteile oder lange Stahlkonstruktionen.

Für die Transportabwicklung: Die Kalkulation umfasst oft besondere Umschlaggeräte, Sicherung, Lagerflächen und Genehmigungen. Vor der Buchung müssen Maße, Gewichte, Anschlagpunkte und Verpackung belastbar bestätigt sein. Kleine Abweichungen können erhebliche Mehrkosten verursachen.

C

CAPA (Corrective and Preventive Action)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Korrektur- und Vorbeugemaßnahme, 8D-Bericht

CAPA steht für Corrective and Preventive Action. Gemeint sind Maßnahmen, die eine festgestellte Fehlerursache beseitigen und ein erneutes Auftreten verhindern sollen.

Für die Qualitätsprüfung: Eine bloße Nacharbeit am betroffenen Los ist noch keine belastbare CAPA. Der Lieferant sollte Ursache, Sofortmaßnahme, dauerhafte Korrektur, Verantwortlichkeit, Termin und Wirksamkeitsprüfung dokumentieren. Bei wiederholten Fehlern ist ein strukturierter 8D-Bericht häufig geeigneter.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen

CBAM (CO₂-Grenzausgleich)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Carbon Border Adjustment Mechanism, CO2-Grenzausgleichsmechanismus

CBAM ist das CO₂-Grenzausgleichssystem der EU. Bei der Einfuhr bestimmter emissionsintensiver Waren müssen die in der Herstellung entstandenen Emissionen gemeldet und durch CBAM-Zertifikate ausgeglichen werden. Betroffen sind zum Beispiel bestimmte Waren aus Eisen und Stahl, Aluminium, Zement oder Düngemitteln – nicht pauschal alle Importe aus Drittstaaten.

Ein typischer Prüffall: Sie importieren beispielsweise Bauteile aus Stahl. Dann entscheidet nicht die allgemeine Bezeichnung „Stahlteil“, sondern die konkrete Warennummer darüber, ob CBAM greift. Prüfen Sie anschließend die im Kalenderjahr eingeführte Menge. Für bestimmte Waren gilt eine jährliche 50-Tonnen-Schwelle; für Strom und Wasserstoff gelten andere Regeln. Ist die Einfuhr erfasst, brauchen Sie rechtzeitig belastbare Emissionsdaten und gegebenenfalls den Status als zugelassener CBAM-Anmelder.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Quellen Europäische Kommission: endgültige CBAM-Phase · Änderungsverordnung (EU) 2025/2083

CBM (Kubikmeter)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Cubic Meter, Frachtvolumen

CBM steht für Cubic Meter und bezeichnet das Volumen einer Sendung in Kubikmetern. Es wird aus Länge mal Breite mal Höhe berechnet, wobei alle Maße in Metern eingesetzt werden.

Für die Transportabwicklung: Bei Seefracht als LCL-Sendung beeinflusst das Volumen häufig die Frachtkosten. Maßgeblich können je nach Tarif Volumen oder Gewicht sein. Deshalb sollten Außenmaße der verpackten Kartons und nicht nur die Produktmaße verwendet werden.

CE-Kennzeichnung

Qualität & Produktsicherheit

Auch: CE-Konformität, CE-Zeichen

Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller, dass sein Produkt alle EU-Vorschriften erfüllt, die für dieses Produkt gelten. Das Zeichen ist kein Qualitätssiegel und keine behördliche Freigabe. Es darf nur auf Produkten stehen, für die eine EU-Vorschrift die CE-Kennzeichnung verlangt. Wer Ware unter eigenem Namen oder eigener Marke verkauft, kann rechtlich selbst als Hersteller gelten – auch wenn ein anderes Unternehmen sie produziert.

Vor dem Verkauf: Klären Sie zuerst, ob die konkrete Produktart überhaupt CE-pflichtig ist. Falls ja, müssen Produktversion, anwendbare Vorschriften, Konformitätsbewertung, EU-Konformitätserklärung, technische Unterlagen und Kennzeichnung zusammenpassen. Ein allgemeines „CE-Zertifikat“ des Lieferanten reicht dafür nicht. Falls keine CE-Pflicht besteht, darf das Zeichen nicht angebracht werden.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen EU-Portal: CE-Kennzeichnung · EU-Portal: Produktkonformität und Wirtschaftsakteure

Certificate of Analysis (CoA)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Analysezertifikat, CoA

Ein Certificate of Analysis bestätigt gemessene Eigenschaften einer Charge oder eines Loses. Es wird als CoA abgekürzt und enthält je nach Produkt beispielsweise chemische Werte, Reinheit, Feuchtigkeit oder mikrobiologische Ergebnisse.

Für die Qualitätsprüfung: Ein CoA ist nur aussagekräftig, wenn Probe, Charge, Prüfmethode, Grenzwerte und Labor eindeutig zugeordnet sind. Eine allgemeine Lieferantenerklärung ohne Messwerte ersetzt kein chargenbezogenes Analysezertifikat.

Certificate of Conformity (CoC)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Konformitätsbescheinigung, CoC

Ein Certificate of Conformity bestätigt die Übereinstimmung eines Produkts mit benannten Anforderungen. Die Abkürzung CoC wird international verwendet, ist aber kein einheitlich geregeltes Dokument für alle Produkte.

Vor dem Verkauf: Vor der Verwendung muss geprüft werden, wer das Dokument ausgestellt hat, welche Norm oder Spezifikation genannt ist und auf welches Modell es sich bezieht. Ein freiwilliges CoC ersetzt nicht automatisch eine gesetzlich erforderliche EU-Konformitätserklärung.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen EU-Portal: Produktkonformität · Your Europe: CE-Kennzeichnung

Commercial Invoice (Handelsrechnung)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Handelsrechnung, Zollrechnung

Die Commercial Invoice ist die Handelsrechnung für die tatsächlich verkaufte Ware. Sie bildet eine zentrale Grundlage für Zahlung, Zollanmeldung und Ermittlung des Zollwerts.

Beim Import: Die Rechnung sollte Verkäufer, Käufer, Rechnungsnummer, Datum, präzise Warenbeschreibung, Mengen, Einzel- und Gesamtpreise, Währung, Lieferbedingung und Ursprungsangaben enthalten. Vage Beschreibungen wie samples oder parts führen häufig zu Rückfragen.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Quellen Europäische Kommission: Zollanmeldung

D

DAP (Delivered at Place)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Geliefert benannter Ort, Incoterms 2020

Bei DAP trägt der Verkäufer Kosten und Risiko des Transports bis zum genau benannten Bestimmungsort. Er liefert, sobald die Ware dort auf dem ankommenden Transportmittel entladebereit zur Verfügung steht. Entladung und Einfuhrabfertigung liegen grundsätzlich beim Käufer.

Für den Vertrag: Im Vertrag sollten Ort und Fassung genau stehen, etwa „DAP [vollständiger Bestimmungsort], Incoterms® 2020“. Ein ungenauer Ort erschwert die Zuordnung von Nachlaufkosten und Gefahrübergang. Einfuhrabgaben und gegebenenfalls erforderliche Genehmigungen sind gesondert zu kalkulieren.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020

DDP (Delivered Duty Paid)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Geliefert verzollt

DDP bedeutet „geliefert verzollt“. Der Verkäufer organisiert und bezahlt den Transport bis zum vereinbarten Bestimmungsort und übernimmt grundsätzlich auch die Einfuhrabfertigung und die Einfuhrabgaben. Die Ware wird dort entladebereit bereitgestellt; das Entladen übernimmt der Käufer. DDP regelt jedoch nicht automatisch Eigentum, Vorsteuerabzug oder die produktrechtliche Rolle als Hersteller oder Importeur.

Für den Vertrag: Prüfen Sie vor der Vereinbarung, ob der ausländische Verkäufer die Einfuhr im Bestimmungsland überhaupt rechtskonform abwickeln kann. Benennen Sie den Lieferort genau und klären Sie Anmelder, Zollvertretung, Einfuhrbelege und steuerliche Behandlung schriftlich. Gehen Sie nicht allein wegen der Klausel DDP davon aus, dass Sie die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen können.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · BMF: Umsatzsteuer-Anwendungserlass, § 15

Demurrage und Detention

Logistik, Zoll & Import

Auch: Standgeld, Containerstandgeld, Detention

Demurrage sind regelmäßig Kosten für einen Container, der nach Ablauf der freien Zeit noch im Terminal steht. Detention betrifft regelmäßig die verspätete Rückgabe des außerhalb des Terminals befindlichen Containers. Definitionen und Tariflogik können je nach Reederei abweichen.

Für die Transportabwicklung: Die freien Tage beginnen nicht zwingend erst nach der Zollfreigabe. Fehlende Dokumente, Zollprüfungen oder verspätete Abholung können deshalb schnell hohe Zusatzkosten auslösen. Free Time, Beginn der Frist und Tagessätze sollten vor der Buchung bekannt sein.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

DPU (Delivered at Place Unloaded)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Geliefert benannter Ort entladen, Incoterms 2020

Bei DPU trägt der Verkäufer Kosten und Risiko bis zur Entladung am benannten Bestimmungsort. Anders als bei DAP gehört die Entladung zu seiner Lieferpflicht. Die Einfuhrabfertigung liegt grundsätzlich beim Käufer.

Für den Vertrag: Der Entladeort muss für die Ware erreichbar und geeignet sein. Vor Vertragsschluss sollte geklärt werden, wer erforderliche Hebetechnik bereitstellt und welche Entladekosten entstehen. Klausel, genauer Ort und „Incoterms® 2020“ gehören zusammen.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020

Dual Sourcing

Beschaffungsstrategie

Auch: Zwei-Lieferanten-Strategie

Dual Sourcing bedeutet, ein Produkt oder eine vergleichbare Funktion von zwei Lieferanten beziehen zu können. Das kann die Abhängigkeit von einer Fertigungsstätte reduzieren, erzeugt aber zusätzliche Arbeit für Freigaben, Qualitätsvergleich und Mengenplanung. Zwei Namen in der Lieferantenliste sind noch keine funktionierende zweite Bezugsquelle.

Für die Lieferantenwahl: Die zweite Quelle sollte dieselbe freigegebene Spezifikation erfüllen und mit Muster, Kapazität, Lieferzeit und Gesamtkosten geprüft sein. Bei Werkzeugen ist zu klären, ob beide Hersteller tatsächlich produzieren können oder ob ein Werkzeugwechsel Wochen dauert.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen

E

Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Import-Umsatzsteuer

Die Einfuhrumsatzsteuer ist die Umsatzsteuer, die bei der Einfuhr von Waren aus einem Drittland entsteht. Berechnet wird sie nicht immer nur auf den Rechnungsbetrag: Auch Zollwert, Zoll und bestimmte Transport- oder Nebenkosten können einfließen. Unternehmen können sie nur dann als Vorsteuer abziehen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Der häufigste Irrtum: Wer die EUSt bezahlt, darf sie nicht automatisch als Vorsteuer abziehen. Beispiel: Führt ein ausländischer Verkäufer die Ware im eigenen Namen ein, kann der deutsche Käufer die gezahlte EUSt nicht allein aufgrund der Rechnung geltend machen. Klären Sie deshalb vor dem Versand, wer bei der Einfuhr über die Ware verfügt und auf wen die Einfuhrbelege ausgestellt werden. Bei unklaren Lieferketten ist eine steuerliche Prüfung sinnvoll.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen BMF: Umsatzsteuer-Anwendungserlass, Abschnitt 15.8 · Zoll: Bemessungsgrundlage der EUSt

Einstandspreis (Landed Cost)

Kosten & Kalkulation

Auch: Landed Cost, Bezugskosten, Gesamtkosten je Einheit

Der Einstandspreis zeigt, was eine verkaufsfähige Einheit am definierten Bestimmungsort kostet. Neben dem Warenpreis können Werkzeug, Muster, Prüfung, Verpackung, Fracht, Versicherung, Zoll, Abfertigung und Inlandstransport relevant sein. Abziehbare Umsatzsteuer ist für die dauerhaften Produktkosten anders zu behandeln als nicht abziehbare Steuern. Der Begriff „Landed Cost“ wird in Unternehmen unterschiedlich weit gefasst; entscheidend ist dieselbe Rechenlogik für alle Angebote.

Für die Kalkulation: Einmalige Werkzeugkosten gehören nicht unbesehen vollständig auf jede Wiederbestellung. Auch die Zahl verkaufsfähiger statt nur bestellter Einheiten verändert den Stückwert. Annahmen zu Menge, Wechselkurs, Lieferbedingung und Ausschuss müssen sichtbar bleiben.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

ENS (Entry Summary Declaration)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Summarische Eingangsanmeldung, Sicherheitsanmeldung

ENS steht für Entry Summary Declaration und bezeichnet die summarische Eingangsanmeldung. Sie übermittelt der EU vor dem Eintreffen sicherheitsrelevante Angaben zur Sendung und wird im System ICS2 verarbeitet.

Für die Transportabwicklung: Unpräzise Warenbeschreibungen oder fehlende Datenelemente können Rückfragen, Prüfungen und Verzögerungen auslösen. Importeur, Lieferant und Spediteur sollten vor Abfahrt klären, wer welche House- und Master-Daten meldet. Der jeweils Meldepflichtige hängt vom Transport- und Geschäftsmodell ab.

Quellen EU-Kommission: ICS2

EORI-Nummer

Logistik, Zoll & Import

Auch: Economic Operators Registration and Identification

Die EORI-Nummer identifiziert Wirtschaftsbeteiligte bei Zollvorgängen in der EU. Für Unternehmen, die Zollanmeldungen oder andere einschlägige Zollhandlungen vornehmen, ist sie grundsätzlich erforderlich. Sie ist eine Registrierungsnummer, keine Einfuhrgenehmigung und keine Aussage über die Zulässigkeit eines Produkts.

Für die Zollanmeldung: Vor der ersten Sendung sollte geklärt sein, welches Unternehmen die Zollhandlung vornimmt und welche EORI-Nummer in den Unterlagen und beim Zollvertreter verwendet wird. Eine fremde Nummer „zur Vereinfachung“ zu verwenden, löst die Rollenfrage nicht.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Quellen Europäische Kommission: EORI-Nummer

EPR (erweiterte Herstellerverantwortung)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Extended Producer Responsibility, Herstellerverantwortung

EPR bedeutet erweiterte Herstellerverantwortung. Wer bestimmte Produkte oder Verpackungen erstmals in einem Land verkauft, muss sich je nach Produktgruppe registrieren, Mengen melden und die spätere Rücknahme oder Entsorgung mitfinanzieren. Für Verpackungen, Elektrogeräte und Batterien gelten jeweils eigene Systeme; eine Registrierung in einem System erfüllt die anderen Pflichten nicht.

Vor dem Verkauf: Prüfen Sie vor dem ersten Verkauf Produktgruppe, Absatzland und Ihre Rolle in der Lieferkette. Legen Sie für jedes System getrennt fest, wer sich registriert, Mengen meldet und Entsorgungskosten trägt. Für Verpackungen in Deutschland gelten seit dem 12. August 2026 die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 und das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz; Elektrogeräte und Batterien müssen separat betrachtet werden.

Quellen Verordnung (EU) 2025/40 · VerpackDG · EU-Portal: WEEE-Pflichten

ETA, ETD, ATA, ATD

Logistik, Zoll & Import

Auch: Voraussichtliche und tatsächliche Ankunft und Abfahrt, Estimated Time of Arrival

ETD bezeichnet die voraussichtliche Abfahrt, ETA die voraussichtliche Ankunft, ATD die tatsächliche Abfahrt und ATA die tatsächliche Ankunft. Die Abkürzungen werden bei See-, Luft-, Bahn- und Straßentransporten verwendet.

Für die Transportabwicklung: ETA und ETD sind Planwerte und keine garantierten Termine. Für die Beschaffungsplanung sollten zusätzlich Abfertigung, Umladungen, mögliche Zollprüfungen und der Nachlauf berücksichtigt werden.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

EU-Konformitätserklärung

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Konformitätserklärung, Declaration of Conformity, DoC

Mit der EU-Konformitätserklärung bestätigt der Hersteller schriftlich, dass ein genau bezeichnetes Produkt die dafür geltenden EU-Vorschriften erfüllt. Sie ist für bestimmte Produktgruppen Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung. Welche Angaben sie enthalten muss und wie lange sie aufzubewahren ist, ergibt sich aus den jeweiligen Produktvorschriften. Ein beliebiges Lieferantenzertifikat ist kein Ersatz.

Vor dem Verkauf: Vergleichen Sie Modellbezeichnung, Hersteller, Produktversion und genannte EU-Vorschriften mit dem Produkt, der Kennzeichnung, den Prüfberichten und der technischen Dokumentation. Ein Dokument für ein ähnliches Modell oder einen alten Versionsstand ist keine ausreichende Freigabegrundlage.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen Your Europe: CE-Kennzeichnung · Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren

Externe Beschaffung

Beschaffungsstrategie

Auch: Outsourcing des Einkaufs, externer Einkauf

Bei externer Beschaffung übernimmt ein Dienstleister klar abgegrenzte Einkaufsaufgaben für ein Unternehmen. Das können zum Beispiel Herstellerrecherche, Angebotsvergleich, Musterkoordination oder Produktionsverfolgung sein. Die Entscheidung über Produkt, Budget und Freigaben bleibt in der Regel beim Auftraggeber. Rechts- oder Steuerberatung gehört nicht automatisch zu dieser Leistung.

Für die Lieferantenwahl: Vereinbaren Sie für jede Projektphase konkrete Ergebnisse, Entscheidungspunkte, Vergütung und den Zugang zu Hersteller- und Projektdaten. Klären Sie auch mögliche Interessenkonflikte, etwa Provisionen von Lieferanten. Eine Liste mit Kontaktdaten ist noch keine belastbare Lieferantenprüfung.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

EXW (Ex Works)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Ab Werk, Incoterms 2020

Bei EXW stellt der Verkäufer die Ware am benannten Ort bereit. Ab dort trägt der Käufer grundsätzlich die weiteren Kosten und Risiken, einschließlich Verladung, Ausfuhrabfertigung, Transport und Einfuhrabfertigung.

Für den Vertrag: Für einen Käufer außerhalb des Exportlandes kann die Ausfuhrabfertigung bei EXW praktisch schwierig sein. Vor der Bestellung muss geklärt werden, ob er die Formalitäten tatsächlich erfüllen kann. Soll der Verkäufer am Werk verladen und die Ausfuhr erledigen, kann FCA am Werk besser passen.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020

F

FCA (Free Carrier)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Frei Frachtführer, Incoterms 2020

Bei FCA liefert der Verkäufer die Ware am vereinbarten Ort an den benannten Frachtführer und erledigt die Ausfuhrabfertigung. Erfolgt die Übergabe am Werk, lädt der Verkäufer die Ware auf; an einem anderen Ort stellt er sie dort entladebereit zur Verfügung. Der benannte Übergabeort bestimmt den Gefahrübergang.

Für den Vertrag: Bei Containern, die vor der Schiffsverladung an ein Terminal übergeben werden, passt FCA häufig besser als FOB. Deshalb sollte der Vertrag den tatsächlichen Übergabepunkt genau nennen, etwa Werk oder Terminal, zusammen mit „Incoterms® 2020“.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020

FCL / LCL

Logistik, Zoll & Import

Auch: Full Container Load, Less than Container Load, Teilladung

FCL bezeichnet eine Containerbuchung für eine Sendung eines Versenders; LCL fasst kleinere Sendungen mehrerer Versender in einem Container zusammen. FCL bedeutet nicht zwingend, dass der Container physisch voll ist. Bei LCL entstehen zusätzliche Konsolidierungs- und Umschlagsschritte, die Kosten und Laufzeit beeinflussen können.

Für die Transportabwicklung: Verglichen werden sollten nicht nur die Seefracht, sondern auch Terminalentgelte, Abfertigung, Inlandstransport, Mindestgebühren und der realistische Ankunftstermin. Außenmaße und Bruttogewicht der verpackten Ware gehören in die Anfrage.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Fehlerklassen: kritisch, erheblich, geringfügig

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Critical, Major, Minor, Fehlerkatalog

Bei Qualitätsprüfungen werden Mängel häufig als Critical, Major oder Minor eingestuft. Kritische Fehler können Sicherheit oder Rechtskonformität betreffen. Erhebliche Fehler beeinträchtigen Funktion oder Verkauf wesentlich. Geringfügige Fehler sind meist kosmetisch oder haben geringe Auswirkungen.

Für die Qualitätsprüfung: Die Einstufung muss produktspezifisch erfolgen. Ein Kratzer kann bei einem Sichtteil erheblich, an einer verdeckten Stelle aber geringfügig sein. Der Fehlerkatalog sollte Fotos, Grenzmuster und klare Entscheidungsregeln enthalten.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen

Quellen ISO: ISO 2859-1:2026

FOB (Free on Board)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Frei an Bord, Incoterms 2020

FOB ist für See- und Binnenschiffstransporte vorgesehen. Der Verkäufer liefert, wenn die Ware im benannten Verschiffungshafen an Bord des Schiffes ist; dort geht das Risiko auf den Käufer über.

Für den Vertrag: Wird ein Container schon am Terminal übergeben, liegt dieser Punkt vor der Verladung. Dafür ist FCA häufig die passendere Klausel. Bei „FOB [Verschiffungshafen], Incoterms® 2020“ müssen Seefracht, Ankunftskosten, Zoll und Nachlauf zusätzlich kalkuliert werden.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020

Frachtführer

Logistik, Zoll & Import

Auch: Carrier, Beförderer

Ein Frachtführer übernimmt vertraglich die Beförderung der Ware, etwa als Reederei, Fluggesellschaft oder Transportunternehmen. Ein Spediteur organisiert typischerweise Transporte; je nach Vertrag kann er zusätzlich selbst Frachtführer sein.

Für die Transportabwicklung: Vor der Buchung sollte klar sein, wer die Beförderung schuldet und wer bei Verlust, Beschädigung oder Verspätung Ansprechpartner ist. Davon hängt ab, welche Transportdokumente und Fristen bei einer Reklamation zu beachten sind.

G

Gefahrübergang

Logistik, Zoll & Import

Auch: Risikoübergang

Der Gefahrübergang bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem eine Vertragspartei das Risiko eines zufälligen Verlusts oder einer zufälligen Beschädigung der Ware trägt. Bei internationalen Warenkäufen wird dieser Punkt häufig durch eine ausdrücklich vereinbarte Incoterms®-Regel konkretisiert. Gefahrübergang und Eigentumsübergang sind verschiedene Fragen.

Für den Vertrag: Der Vertrag sollte Regel, Fassung und genau benannten Ort enthalten, etwa „FCA [konkreter Übergabeort], Incoterms® 2020“. Anschließend ist zu prüfen, ob Transportversicherung und tatsächliche Übergabe zu diesem Punkt passen.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken, Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste

Golden Sample

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Freigabemuster, Referenzmuster, Musterfreigabe

Ein Golden Sample ist ein freigegebenes Referenzmuster für die spätere Serie. Es zeigt die vereinbarte Ausführung, ersetzt aber keine vollständige schriftliche Spezifikation: Maße, verdeckte Materialien, Toleranzen oder Prüfmethoden sind am Muster allein oft nicht erkennbar.

Für die Produktfreigabe: Muster, Fotos, Spezifikationsversion und Freigabedatum sollten eindeutig zusammengehören. Hersteller und Auftraggeber bewahren nach Möglichkeit gleich bezeichnete Referenzen auf. Jede Material- oder Bauteiländerung nach der Freigabe braucht eine dokumentierte Neubewertung.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen, Hersteller finden und belastbar prüfen

H

HS-Code

Logistik, Zoll & Import

Auch: Harmonisiertes System, HS-Unterposition, Zolltarifnummer

Der HS-Code ist die international einheitliche, sechsstellige Grundnummer für eine Ware. Er beschreibt, zu welcher Warenart ein Produkt im Zolltarif gehört. Die EU ergänzt ihn um weitere Stellen zum KN- und TARIC-Code. Deshalb reicht der HS-Code allein nicht aus, um alle Zölle, Verbote oder Dokumentenpflichten einer Einfuhr zu bestimmen.

Für die Zollanmeldung: Dokumentieren Sie Material, Funktion, Aufbau und Verwendung des Produkts und prüfen Sie darauf aufbauend den vollständigen EU-Warencode im TARIC. Ein Code des Lieferanten oder ein alter Bescheid für ein anderes Modell ist nur ein Hinweis. Bei wirtschaftlich wichtiger und unklarer Einreihung kann eine verbindliche Zolltarifauskunft sinnvoll sein.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken, Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen EU-Kommission: TARIC · EU-Kommission: Einreihung · EU-Kommission: nichtpräferenzieller Ursprung

I

ICS2 (Import Control System 2)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Sicherheitsdaten vor Ankunft, Einfuhrkontrollsystem

ICS2 ist das Import Control System 2 der Europäischen Union. Es sammelt Sicherheitsdaten für Waren, die in die EU gelangen oder die EU durchqueren, und ermöglicht eine Risikoanalyse vor der Ankunft.

Für die Transportabwicklung: Für den Importeur ist besonders wichtig, dass Lieferant und Spediteur rechtzeitig präzise Warenbeschreibungen, Beteiligte und Tarifdaten erhalten. Begriffe wie general cargo oder parts reichen für eine belastbare Sicherheitsmeldung häufig nicht aus. Der jeweils Meldepflichtige hängt vom Transport- und Geschäftsmodell ab.

Quellen EU-Kommission: ICS2

Importeur (Produktrecht)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Einführer, Wirtschaftsakteur

Als Importeur gilt im EU-Produkterecht meist das in der EU ansässige Unternehmen, das ein Produkt aus einem Drittland erstmals auf dem EU-Markt bereitstellt. Es muss vor dem Verkauf prüfen, ob der Hersteller seine Pflichten erfüllt hat, und übernimmt eigene Pflichten für Kennzeichnung, Unterlagen und Rückverfolgbarkeit. Der Importeur ist nicht automatisch dieselbe Person wie der Empfänger oder der Anmelder beim Zoll.

Vor dem Verkauf: Halten Sie vor der Bestellung schriftlich fest, wer Hersteller, produktrechtlicher Importeur und zollrechtlicher Anmelder ist. Prüfen Sie für das konkrete Produkt Konformitätsunterlagen, Kennzeichnung, Identifizierbarkeit, Anleitungen und Sicherheitsinformationen. Eine Klausel wie DDP verteilt Transportkosten, legt diese gesetzlichen Rollen aber nicht fest.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen EU-Portal: Produktkonformität · GPSR

Inspection Level (Prüfniveau)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Prüfniveau, General Inspection Level II

Das Inspection Level bestimmt bei einer AQL-Stichprobenprüfung zusammen mit der Losgröße den Kennbuchstaben und damit die Stichprobengröße. Häufig wird General Inspection Level II als Ausgangspunkt verwendet.

Für die Qualitätsprüfung: Ein höheres Prüfniveau bedeutet eine größere Stichprobe, aber nicht automatisch eine vollständige Prüfung. Besondere Prüfniveaus können für zeitaufwendige oder zerstörende Tests sinnvoll sein. Das Prüfniveau sollte vor der Bestellung vereinbart werden.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen

Quellen ISO: ISO 2859-1:2026

ISPM 15 (Holzverpackung)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Holzverpackungsmaterial, Paletten, IPPC-Stempel

ISPM 15 ist ein internationaler Standard für Holzverpackungsmaterial im grenzüberschreitenden Handel. Er betrifft unter anderem Paletten, Kisten und Stauholz aus Rohholz und soll die Verbreitung von Schädlingen begrenzen.

Für die Transportabwicklung: Relevantes Holz muss grundsätzlich zugelassen behandelt und korrekt gekennzeichnet sein. Verpackungen, die vollständig aus verarbeiteten Holzwerkstoffen wie Sperrholz gefertigt sind, können ausgenommen sein; eine Palette mit Rohholz-Anteilen ist nicht automatisch ausgenommen. Nichtkonforme Paletten können zu Behandlung, Zurückweisung oder Vernichtung führen.

Quellen IPPC: ISPM 15, Abschnitt 2.1 · IPPC: ISPM 15

K

KN-Code (Kombinierte Nomenklatur)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Achtstellige Warennummer, Kombinierte Nomenklatur

Der KN-Code ist die achtstellige EU-Warennummer eines Produkts. Seine ersten sechs Stellen entsprechen dem internationalen HS-Code; zwei weitere Stellen präzisieren die Einreihung für Zolltarif und Außenhandelsstatistik in der EU. Für einzelne Einfuhrmaßnahmen können zusätzlich ein zehnstelliger TARIC-Code und weitere Zusatzcodes nötig sein.

Für die Zollanmeldung: Übernehmen Sie den KN-Code nicht ungeprüft aus einer Rechnung oder vom Lieferanten. Für die Einreihung werden Material, Funktion, Aufbau und Verwendung des Produkts benötigt. Prüfen Sie anschließend im TARIC mit Ursprung und geplantem Anmeldedatum, welche Zölle, Beschränkungen oder Dokumente gelten.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen EU-Kommission: Kombinierte Nomenklatur · EU-Kommission: Einreihung

Konformitätsbewertung

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Conformity Assessment, notifizierte Stelle

Die Konformitätsbewertung ist das Verfahren, mit dem geprüft und dokumentiert wird, ob ein Produkt die anwendbaren rechtlichen Anforderungen erfüllt. Je nach Produkt kann der Hersteller selbst bewerten oder muss eine notifizierte Stelle einbeziehen.

Vor dem Verkauf: Ein Laborbericht ist nur ein Teil der möglichen Nachweise. Vor dem Import müssen Rechtsgrundlage, Normen, Prüfverfahren, technische Dokumentation, Kennzeichnung und Erklärung zusammenpassen.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen EU-Beschluss 768/2008/EG · Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren · Your Europe: CE-Kennzeichnung

L

Lieferantenqualifizierung

Lieferanten & Verhandlung

Auch: Lieferantenauswahl, Lieferantenbewertung, Supplier Qualification

Bei der Lieferantenqualifizierung wird geprüft, ob ein Anbieter das konkrete Produkt in der erforderlichen Qualität, Menge und Frist herstellen oder beschaffen kann. Registerdaten, Referenzen, Kapazitätsangaben, Muster und gegebenenfalls ein Werks-Audit liefern unterschiedliche Nachweise. Ein Zertifikat für das Managementsystem beweist noch nicht die Eignung einer bestimmten Produktversion.

Für die Lieferantenwahl: Die Prüfung sollte mit Ausschlusskriterien beginnen: Fertigungsmethode, kritische Materialien, verfügbare Kapazität und nachvollziehbare Qualitätssteuerung. Erst Angebote von technisch geeigneten Anbietern sind sinnvoll vergleichbar.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen

Lieferklausel (Incoterms®)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Incoterms, Incoterms 2020, EXW, FOB, CIF, DAP, Incoterms Regeln

Eine Lieferklausel legt fest, wie weit der Verkäufer die Ware liefern muss und welche Kosten und Risiken Verkäufer und Käufer übernehmen.

Sie beantwortet zum Beispiel: Wer organisiert den Transport? Wer bezahlt die Fracht? Wer übernimmt die Ausfuhr- oder Einfuhrabwicklung? Und an welchem Ort geht das Transportrisiko vom Verkäufer auf den Käufer über?

Häufig werden dafür die standardisierten Incoterms® 2020 der International Chamber of Commerce (ICC) verwendet. Beispiele sind EXW, FOB, CIF oder DAP.

Beispiel: Bei DAP Regensburg organisiert und bezahlt der Verkäufer den Transport bis zum vereinbarten Ort in Regensburg. Die Einfuhrabfertigung und gegebenenfalls anfallende Einfuhrabgaben übernimmt grundsätzlich der Käufer.

Wichtig: Incoterms® regeln vor allem Lieferung, Kosten und Gefahrübergang. Sie regeln beispielsweise nicht automatisch den Eigentumsübergang, die Zahlungsbedingungen oder sämtliche vertraglichen Haftungsfragen.

Für den Vertrag: Im Angebot sollte deshalb immer eine konkrete Klausel inklusive Ort und Fassung stehen, zum Beispiel „DAP Regensburg, Incoterms® 2020“.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Quellen ICC: Incoterms®-Checkliste · ICC: Incoterms® 2020

LUCID (Verpackungsregister)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Zentrale Stelle Verpackungsregister, Verpackungsregister

LUCID ist das deutsche Register für Unternehmen, die verpackte Waren in Deutschland in Verkehr bringen. Dort müssen sich die jeweils verantwortlichen Unternehmen registrieren; je nach Verpackung kommen außerdem Systembeteiligung und Mengenmeldungen hinzu. Wer verantwortlich ist, hängt davon ab, wer die konkrete Verpackung erstmals auf dem deutschen Markt bereitstellt.

Vor dem Verkauf: Prüfen Sie bei Eigenmarken und importierten Fremdmarken für jede Verpackungsart, welches Unternehmen sie erstmals in Deutschland bereitstellt. Behandeln Sie Registrierung, Systembeteiligung und Mengenmeldung als drei getrennte Prüfpunkte. Dokumentieren Sie Marken, Materialarten und Mengen nachvollziehbar. Seit dem 12. August 2026 gelten dafür die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 und das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz.

Quellen Verordnung (EU) 2025/40 · VerpackDG · Zentrale Stelle Verpackungsregister: Eigenmarken und Importe

M

Make-or-Buy

Beschaffungsstrategie

Auch: Eigenfertigung oder Fremdbezug

Make-or-Buy ist die Entscheidung, eine Leistung selbst zu erbringen oder von außen zu beziehen. Bei Beschaffung umfasst der Vergleich nicht nur internen Lohn und externen Angebotspreis, sondern auch benötigte Kapazität, Wissen, Führung, Qualitätsrisiko und Abhängigkeit von Dritten.

Für die Lieferantenwahl: Zuerst müssen strategische Produktentscheidungen von operativen Einkaufsaufgaben getrennt werden. Dann werden beide Varianten mit gleichem Leistungsumfang und derselben Bezugsperiode verglichen. Eine teilweise Auslagerung kann wirtschaftlicher sein als eine vollständige Entweder-oder-Entscheidung.

Mindestbestellmenge (MOQ)

Lieferanten & Verhandlung

Auch: MOQ, Minimum Order Quantity

Die MOQ ist die kleinste Menge, zu der ein Hersteller unter den vereinbarten Bedingungen liefern will. Sie kann aus Rüstaufwand, Materialmindestmengen, Verpackung oder Einkauf beim Unterlieferanten entstehen. Eine niedrige MOQ kann mit höherem Stückpreis verbunden sein.

Für die Lieferantenwahl: Statt nur um die Zahl zu verhandeln, sollten mehrere Kombinationen aus Menge, Preis, Liefertermin und Abrufen angefragt werden. Die günstigste Staffel kann unvorteilhaft sein, wenn Ware lange lagert oder Kapital bindet.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen, Total Landed Cost richtig berechnen

MRN (Movement Reference Number)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Zollreferenznummer, Movement Reference Number

Die MRN ist die eindeutige Referenznummer eines elektronisch erfassten Zollvorgangs. Mit ihr lassen sich die Anmeldung und zugehörige Statusmeldungen demselben Vorgang zuordnen.

Für die Transportabwicklung: MRN und Sendungsnummer sollten gemeinsam in den Unterlagen stehen. So können Unternehmen und Zollvertreter den Bearbeitungsstand einer konkreten Sendung nachvollziehen und erforderliche Nachweise schneller zuordnen.

Quellen Europäische Kommission: Zollanmeldung · Europäische Kommission: Union Customs Code

N

NCR (Non-Conformity Report)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Abweichungsbericht, Non Conformity Report

Ein NCR hält fest, wo eine Lieferung von Spezifikation, Muster oder Bestellung abweicht. Der Bericht schafft eine gemeinsame Grundlage für die Entscheidung, was mit der betroffenen Ware geschieht.

Für die Qualitätsprüfung: Artikel, Charge, Art und Umfang des Fehlers sowie Fotos oder Messwerte sollten eindeutig dokumentiert sein. Danach werden Nacharbeit, erneute Prüfung oder Zurückweisung festgehalten. Wiederholt sich derselbe Fehler, ist eine Ursachenanalyse erforderlich.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen

NCTS (Versandverfahren)

Logistik, Zoll & Import

Auch: New Computerised Transit System, T1, T2, Versand

NCTS ist das elektronische System für Unions- und gemeinsame Versandverfahren. Es begleitet Waren unter zollamtlicher Überwachung zwischen Abgangs- und Bestimmungsstellen und verwendet unter anderem T1- und T2-Verfahren.

Für die Transportabwicklung: Ein offenes Versandverfahren muss ordnungsgemäß beendet werden. Abweichungen bei Fristen, Verschlüssen oder Bestimmungsstelle können Nachforschungen und Abgabenforderungen auslösen.

Quellen EU-Kommission: Zollversand · Europäische Kommission: Union Customs Code

O

OEM / ODM

Produktentwicklung & Private Label

Auch: Original Equipment Manufacturer, Original Design Manufacturer

OEM und ODM beschreiben in der Beschaffungspraxis unterschiedliche Anteile des Herstellers an Produktentwicklung und Fertigung. Die Begriffe werden nicht überall einheitlich verwendet; daraus folgt weder automatisch, wem ein Design gehört, noch wer im EU-Produkterecht als Hersteller gilt.

Für die Produktfreigabe: Vertrag und Spezifikation müssen festlegen, wer Zeichnungen, Formen, Software und Verpackungsdaten erstellt, besitzt und nach Projektende nutzen darf. Ebenso wichtig sind Änderungsrechte, Produktkennzeichnung und die rechtliche Rolle beim Verkauf unter eigener Marke.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren

OOG (Out of Gauge)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Übermaß, Sperrgut, Flat Rack, Open Top

OOG steht für Out of Gauge. Gemeint ist Ladung, deren Abmessungen über die Innenmaße oder die normale Kontur eines Standardcontainers hinausgehen.

Für die Transportabwicklung: Für die Buchung sind bestätigte Endmaße, Gewicht, Schwerpunkt, Anschlagpunkte und Verpackung erforderlich. Der Transport kann Flat Rack, Open Top, Sondergenehmigungen und besondere Sicherung benötigen.

P

Packing List (Packliste)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Packliste, Packzettel

Die Packing List beschreibt, wie eine Sendung verpackt ist. Sie enthält üblicherweise Packstücknummern, Inhalte, Mengen, Kartonmaße, Netto- und Bruttogewichte sowie gegebenenfalls Paletten und Containerdaten.

Für die Transportabwicklung: Die Summen müssen zu Handelsrechnung, Frachtbuchung und tatsächlicher Verladung passen. Eine genaue Packliste beschleunigt Zollprüfung, Wareneingang und Schadensbearbeitung.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Präferenznachweis

Logistik, Zoll & Import

Auch: Ursprungsnachweis für Zollpräferenz, EUR.1, Ursprungserklärung

Ein Präferenznachweis kann bei der Einfuhr einen ermäßigten oder entfallenden Zoll ermöglichen. Er belegt, dass die Ware die Ursprungsregeln eines bestimmten Handelsabkommens erfüllt. Je nach Abkommen dient dafür zum Beispiel eine EUR.1, eine Ursprungserklärung oder eine Erklärung zum Ursprung. Das Herstellungs- oder Versandland allein reicht nicht aus.

Ein einfaches Beispiel: Die Angabe „Made in Vietnam“ genügt nicht, um automatisch einen günstigeren Zollsatz zu erhalten. Zuerst muss die Ware die Ursprungsregel des betreffenden Handelsabkommens erfüllen. Danach ist der dort vorgesehene Nachweis nötig – etwa eine Ursprungserklärung. Ein gewöhnliches Ursprungszeugnis ist nicht automatisch ein Präferenznachweis.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Quellen EU-Kommission: Ursprungsnachweise und „importer's knowledge“ · EU-Kommission: Präferenzursprung

Private Label

Produktentwicklung & Private Label

Auch: Eigenmarke, Handelsmarke, White Label

Ein Private-Label-Produkt wird unter der Marke des Auftraggebers verkauft, während ein Dritter es fertigt. Die Bandbreite reicht von markierter Standardware bis zu eigener Entwicklung. Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, kann nach EU-Produktrecht als Hersteller gelten und entsprechende Pflichten tragen.

Vor dem Verkauf: Produkt und Verpackung müssen als eine freigegebene Version behandelt werden. Vor Serienauftrag sind Spezifikation, Kennzeichnung, technische Unterlagen, Sicherheitsinformationen und Zuständigkeiten für Änderungen und Reklamationen zu klären.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren

Produktsicherheit (GPSR)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: General Product Safety Regulation, Verordnung (EU) 2023/988

Die GPSR ist die allgemeine EU-Verordnung für die Sicherheit von Verbraucherprodukten. Sie verlangt, dass Produkte bei normaler oder vorhersehbarer Verwendung sicher sind, und regelt unter anderem Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnung, Warnhinweise und Pflichten beim Onlineverkauf. Für viele Produktgruppen gelten zusätzlich speziellere EU-Vorschriften.

Vor dem Verkauf: Prüfen Sie das konkrete Produkt und die Vertriebsform: Sicherheitsbewertung, Hersteller- und Importeurangaben, Produktidentifikation, Warnhinweise, Rückverfolgbarkeit und Angaben im Fernabsatz müssen zusammenpassen. Bei Eigenmarken kann der Markeninhaber rechtlich selbst als Hersteller gelten. Die GPSR ersetzt weder eine erforderliche CE-Konformitätsbewertung noch umgekehrt.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen Verordnung (EU) 2023/988, insbesondere Artikel 2 und 13

Produktspezifikation

Produktentwicklung & Private Label

Auch: Spezifikation, Lastenheft, Anforderungsprofil

Die Produktspezifikation beschreibt den zu liefernden Stand so, dass Hersteller ein vergleichbares Angebot abgeben und Prüfer Abweichungen feststellen können. Neben Funktion und Material gehören je nach Produkt Maße, Toleranzen, Verpackung, Kennzeichnung, Prüfmerkmale und freigegebene Versionen dazu. „Hochwertig“ oder „stabil“ sind ohne messbaren Maßstab keine ausreichenden Anforderungen.

Für die Produktfreigabe: Offene Punkte sollten sichtbar als offene Entscheidung markiert werden. Jede Angebots-, Muster- und Produktionsversion muss auf denselben freigegebenen Stand verweisen; sonst wird eine Preisabweichung leicht mit einer Produktänderung verwechselt.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken, Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Proforma Invoice

Lieferanten & Verhandlung

Auch: Proformarechnung, vorläufige Rechnung

Die Proforma Invoice ist eine vorläufige Rechnung oder kaufmännische Aufstellung. Sie wird häufig für Anzahlungen, Angebotsbestätigung, Transportvorbereitung oder behördliche Zwecke verwendet.

Für die Zusammenarbeit: Vor der Einfuhr muss sie regelmäßig durch eine korrekte Commercial Invoice ersetzt oder ergänzt werden. Preise, Mengen, Währung und Lieferkondition sollten mit Bestellung und Zahlung übereinstimmen.

Projektpreis

Kosten & Kalkulation

Auch: Festpreis, Pauschalpreis

Ein Projektpreis ist ein vereinbarter Preis für einen abgegrenzten Leistungsumfang. Er schafft Planbarkeit nur, wenn Produktversion, Menge, Lieferort, Prüfungen, Dokumente, Termine und Änderungsverfahren klar beschrieben sind. „Alles inklusive“ ohne diese Grenzen ist keine belastbare Kalkulationsgrundlage.

Für die Kalkulation: Im Angebot sollte ersichtlich sein, welche Positionen im Preis stecken und welche durch eine neue Freigabe, einen anderen Transportweg oder eine geänderte Menge zusätzlich entstehen können. Vergleichsmaßstab bleibt der gleiche Bestimmungsort und Leistungsumfang.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Prototyp

Produktentwicklung & Private Label

Auch: Entwicklungsmuster, Sample, Vorserienmuster

Ein Prototyp ist ein früher Entwicklungsstand, mit dem Funktion, Form oder Bedienung geprüft werden. Er kann mit anderen Materialien oder Verfahren entstehen als die Serie. Ein erfolgreicher Prototyp belegt daher noch nicht, dass der Hersteller die gewünschte Qualität bei der geplanten Menge wiederholbar liefern kann.

Für die Produktfreigabe: Jede Musterrunde braucht eine dokumentierte Liste der offenen Punkte und einen Versionsstand. Erst ein freigegebenes, seriennahes Muster zusammen mit Spezifikation und Prüfplan ist eine geeignete Referenz für den Serienauftrag.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Prüfplan

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Qualitätsprüfplan, Inspektionsplan

Ein Prüfplan beschreibt, welche Produktmerkmale mit welcher Methode, Stichprobe und Toleranz kontrolliert werden und welche Entscheidung bei Abweichungen folgt. Er verbindet Spezifikation und Muster mit der tatsächlichen Qualitätsprüfung. Ein allgemeiner AQL-Wert allein deckt nicht alle Funktions- oder Sicherheitsmerkmale ab.

Für die Qualitätsprüfung: Kritische Merkmale brauchen passende Prüfmethoden und gegebenenfalls eine vollständige Prüfung. Der Plan sollte vor der Produktion freigegeben sein und Produktversion, Fehlerklassen, Messmittel sowie Berichtspflichten nennen.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Purchase Order (PO)

Lieferanten & Verhandlung

Auch: Bestellung, Bestellauftrag, PO

Die Purchase Order hält die Bestellung des Käufers fest. Sie führt die vereinbarte Produktversion mit Menge, Preis, Liefertermin, Lieferort und Zahlungsbedingungen zusammen.

Für die Zusammenarbeit: Zeichnungen, Spezifikation und Muster sollten mit ihrem Versionsstand ausdrücklich in der Bestellung bezeichnet werden. So lässt sich bei einer Abweichung feststellen, welcher Stand bestellt wurde und welche Liefer- oder Prüfanforderungen vereinbart waren.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

R

REACH (EU-Chemikalienrecht)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe, Kandidatenliste

REACH ist das zentrale EU-Chemikalienrecht. Es regelt den Umgang mit chemischen Stoffen und kann auch für importierte Produkte Pflichten auslösen – etwa Stoffbeschränkungen oder Informationspflichten zu besonders besorgniserregenden Stoffen. Für Stoffe, Gemische und fertige Erzeugnisse gelten unterschiedliche Anforderungen. Eine allgemeine „REACH-Zertifizierung“ für ein Produkt gibt es nicht.

Was eine Lieferantenerklärung leisten muss: Ein Satz wie „REACH compliant“ reicht nicht aus. Die Erklärung muss erkennen lassen, für welche Produktversion und welche Materialien sie gilt und welche Beschränkungen oder Kandidatenlistenstoffe geprüft wurden. Bei einem Produkt aus mehreren Kunststoffen, Metallen und Beschichtungen werden deshalb Materialinformationen zu den einzelnen Bestandteilen benötigt.

Quellen ECHA: Kandidatenlistenstoffe in Erzeugnissen

REX (Registered Exporter System)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Registrierter Ausführer, REX-Nummer

REX steht für Registered Exporter System. Registrierte Ausführer können in bestimmten Präferenzsystemen und Handelsabkommen Erklärungen zum Ursprung abgeben.

Beim Import: Ob eine REX-Nummer erforderlich ist, hängt von Abkommen, Ursprungsland und Sendungswert ab. Nummer, Wortlaut und Ursprungskriterium sollten vor der Präferenzbeantragung geprüft werden.

Quellen EU-Kommission: Ursprungsnachweise und „importer’s knowledge“ · EU-Kommission: Registered Exporter System (REX) · Europäische Kommission: Access2Markets

RFQ (Request for Quotation)

Lieferanten & Verhandlung

Auch: Angebotsanfrage, Anfrage

Eine RFQ ist eine strukturierte Angebotsanfrage. Sie gibt potenziellen Lieferanten dieselbe Produktversion, Menge und gewünschte Leistung vor, damit ihre Angebote vergleichbar werden.

Für die Lieferantenwahl: Spezifikation, Varianten, Verpackung, Prüfanforderungen, Lieferort, Termin und Lieferklausel gehören in die Anfrage. Fehlen diese Angaben, kann ein niedriger Preis auf anderem Material, geringerem Prüfumfang oder einer anderen Lieferleistung beruhen.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen

RoHS (Stoffbeschränkung Elektrogeräte)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Restriction of Hazardous Substances, Elektrogeräte

RoHS begrenzt bestimmte gefährliche Stoffe in erfassten Elektro- und Elektronikgeräten. Dazu gehören je nach Anwendungsbereich unter anderem Blei, Quecksilber, Cadmium und bestimmte Flammschutzmittel oder Weichmacher. RoHS betrifft damit die Zusammensetzung des Geräts; WEEE regelt gesondert den Umgang mit Elektroaltgeräten.

Vor dem Verkauf: Für die konkrete Produktversion müssen Anwendbarkeit, mögliche Ausnahmen, Materialnachweise und technische Dokumentation zusammenpassen. Ein Prüfbericht für ein ähnliches Modell genügt nicht. Vor dem Inverkehrbringen sind auch Kennzeichnung und die Pflichten des jeweiligen Wirtschaftsakteurs zu prüfen.

Quellen RoHS-Richtlinie 2011/65/EU · EU-Portal: WEEE-Pflichten · Europäische Kommission: RoHS

Rückstellmuster

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Retained Sample, Referenzprobe, Rückhaltemuster

Ein Rückstellmuster ist eine aufbewahrte Probe aus einer bestimmten Charge oder Lieferung. Es dokumentiert die tatsächlich produzierte Ausführung und ermöglicht spätere Vergleiche bei Reklamationen oder Materialabweichungen.

Für die Qualitätsprüfung: Artikel, Charge, Produktionsdatum und Freigabestand müssen eindeutig zugeordnet sein. Lagerbedingungen und Aufbewahrungsdauer sollten zum Produkt passen; sonst kann das Muster für einen späteren Vergleich ungeeignet sein.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

S

Sea Waybill

Logistik, Zoll & Import

Auch: Seefrachtbrief, nicht handelbar

Das Sea Waybill ist ein nicht handelbares Seefrachtdokument. Die Ware wird dem benannten Empfänger in der Regel ohne Vorlage eines Originalkonnossements herausgegeben, sobald die übrigen Freigabevoraussetzungen erfüllt sind.

Für die Transportabwicklung: Es eignet sich besonders bei vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen und wenn keine Dokumentenkontrolle über Originale benötigt wird. Käufer sollten vorab klären, ob Zahlungsmodell und Bankabwicklung dazu passen.

Sicherheitsdatenblatt (SDS)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: SDS, MSDS, Safety Data Sheet

Das Sicherheitsdatenblatt enthält Informationen zu gefährlichen Stoffen oder Gemischen, unter anderem zu Eigenschaften, Gefahren, Handhabung, Lagerung, Transport und Schutzmaßnahmen. International sind die Kürzel SDS und MSDS gebräuchlich. Ein Sicherheitsdatenblatt betrifft Stoffe und Gemische unter den jeweiligen REACH-Voraussetzungen, nicht pauschal jedes gefährliche Erzeugnis.

Worauf es ankommt: Das Dokument muss zum tatsächlich gelieferten Produkt, Hersteller, Markt und aktuellen Rechtsstand passen. Für Gefahrguttransporte sind zusätzlich Klassifizierung, UN-Nummer und transportrechtliche Angaben zu prüfen.

Quellen ECHA: Sicherheitsdatenblätter · ECHA: REACH

SKU (Stock Keeping Unit)

Produktentwicklung & Private Label

Auch: Artikelnummer, Variantennummer

Eine SKU kennzeichnet eine intern geführte Artikelvariante eindeutig. Eine andere Farbe, Größe oder Verpackung kann eine eigene SKU erfordern, wenn die Variante getrennt bestellt, gelagert oder verkauft wird.

Für die Produktfreigabe: Dieselbe Kennung sollte in Spezifikation, Bestellung, Etikett, Packliste und Wareneingang verwendet werden. So lassen sich Varianten auch dann sicher zuordnen, wenn ihre Produktnamen nahezu identisch sind.

Stückpreis

Kosten & Kalkulation

Auch: Einzelpreis, Preis pro Einheit, Staffelpreis

Der Stückpreis ist der ausgewiesene Preis je Einheit unter bestimmten Mengen- und Lieferbedingungen. Er sagt für sich genommen nicht, welche Kosten für Werkzeug, Prüfung, Fracht, Zoll oder Lieferung noch entstehen. Zwei Stückpreise sind nur vergleichbar, wenn Produktstand und Leistungsumfang übereinstimmen.

Für die Kalkulation: Bei jeder Preisstaffel sollten MOQ, Werkzeugverteilung, Zahlungsplan und Bestandseffekt mitgerechnet werden. Ein niedrigerer Stückpreis kann durch größere Lagerbestände oder längere Kapitalbindung wirtschaftlich schlechter sein.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

T

TARIC (EU-Zolltarif)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Integrierter Zolltarif der EU, zehnstelliger Code

TARIC ist die EU-Datenbank für Zollmaßnahmen bei der Einfuhr und Ausfuhr. Zu einem Warencode zeigt sie unter anderem Zollsätze, Antidumpingabgaben, Kontingente, Verbote und benötigte Dokumente. Welche Maßnahmen angezeigt werden, hängt zusätzlich von Ursprung, Datum und gegebenenfalls Hersteller oder Zusatzcodes ab. Nationale Umsatz- und Verbrauchsteuern sind nicht vollständig enthalten.

Für die Zollanmeldung: Ermitteln Sie zuerst den sachlich richtigen Warencode. Fragen Sie TARIC dann mit Ursprung, geplantem Anmeldedatum und nötigen Zusatzcodes ab und speichern Sie das Ergebnis zur Kalkulation. Eine Datenbankabfrage mit einem ungeprüften Lieferantencode liefert zwar ein Ergebnis, aber nicht zwingend das richtige.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen EU-Kommission: TARIC · EU-Kommission: Einreihung

Technische Dokumentation

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Technical File, Produktakte, technische Unterlagen

Die technische Dokumentation ist die Nachweisakte eines Produkts. Sie zeigt, wie das Produkt aufgebaut ist, welche Risiken bewertet wurden und womit die Einhaltung der geltenden Anforderungen belegt wird. Dazu können zum Beispiel Zeichnungen, Stücklisten, Risikobeurteilungen, Prüfberichte, Anleitungen und Kennzeichnungen gehören. Der genaue Inhalt richtet sich nach dem jeweiligen Produktrecht.

Vor dem Verkauf: Achten Sie darauf, dass Zeichnungen, Stückliste, Risikobeurteilung, Prüfberichte, Anleitung und Kennzeichnung dieselbe Produktversion nennen. Ein Zertifikat oder Prüfbericht für ein ähnliches Modell schließt keine Lücke in der Akte der tatsächlich gelieferten Ware.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen EU-Portal: Produktkonformität · Your Europe: CE-Kennzeichnung

Telex Release

Logistik, Zoll & Import

Auch: Freigabe ohne Originale, Konnossement

Beim Telex Release bestätigt die Reederei oder ihr Agent, dass die Originalkonnossemente am Abgangsort zurückgegeben oder ordnungsgemäß freigestellt wurden. Die Ware kann danach am Zielort ohne Vorlage der Originale herausgegeben werden.

Für die Transportabwicklung: Der Begriff wird in der Praxis uneinheitlich verwendet. Vor Zahlung und Freigabe sollte klar sein, ob Originale ausgestellt wurden, wer sie kontrolliert und welche Bestätigung der Zielagent benötigt.

THC (Terminal Handling Charge)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Terminalumschlagsgebühr, Hafengebühr

THC steht für Terminal Handling Charge. Die Gebühr deckt bestimmte Umschlagleistungen am Containerterminal ab und kann am Abgangs- oder Bestimmungsort anfallen.

Für die Transportabwicklung: Ob THC im angebotenen Preis enthalten ist, hängt von Frachtvertrag, Tarif und Incoterms®-Regel ab. Neben THC können weitere lokale Gebühren entstehen. Ein reiner Seefrachtpreis bildet deshalb selten die gesamten Hafenkosten ab.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Total Cost of Ownership (TCO)

Kosten & Kalkulation

Auch: Gesamtkosten, Lebenszykluskosten

TCO umfasst die Kosten eines Produkts oder einer Beschaffungsentscheidung über den betrachteten Lebenszyklus. Je nach Zweck können dazu Anschaffung, Betrieb, Wartung, Ausfälle, Entsorgung und Kosten der Lieferantenbeziehung gehören. TCO ist weiter als der Einstandspreis, der grundsätzlich die Kosten bis zum festgelegten Bestimmungsort betrachtet.

Für die Kalkulation: Der Betrachtungszeitraum und die Kostenarten sollten vor dem Vergleich feststehen. Bei Maschinen kann der Energie- und Wartungsbedarf wichtiger sein als ein kleiner Preisunterschied; bei Handelsware können Ausfall- und Reklamationskosten dominieren.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Traceability (Rückverfolgbarkeit)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Rückverfolgbarkeit, Chargenverfolgung, Seriennummer

Rückverfolgbarkeit verbindet eine Ware über Chargen- oder Seriennummern mit Herstellung, Materialien und Prüfungen. Dadurch lässt sich eine betroffene Lieferung bei Qualitätsproblemen eingrenzen.

Vor dem Verkauf: Die Kennung muss auf Produkt, Verpackung, Prüfbericht und Wareneingang zusammenpassen. Bei einer Reklamation kann das Unternehmen so gezielt prüfen, welche Chargen betroffen sind und welche Ware gesperrt werden muss.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen Your Europe: Pflichten von Herstellern und Importeuren · EUR-Lex: Verordnung (EU) 2023/988

Transit Time

Logistik, Zoll & Import

Auch: Transportdauer, Laufzeit, Beförderungsdauer

Transit Time bezeichnet die Transportdauer zwischen zwei festgelegten Punkten, etwa von Hafen zu Hafen oder von Tür zu Tür. Ohne diese Punkte sind Laufzeitangaben verschiedener Anbieter kaum vergleichbar.

Für die Transportabwicklung: Die genannte Zeit umfasst nicht automatisch Produktion, Wartezeit vor Abfahrt, Zollabfertigung oder Nachlauf. Für einen Liefertermin am Lager müssen diese Schritte zusätzlich eingeplant und der Beginn und das Ende der Transportdauer klar benannt werden.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

U

Unionszollkodex (UZK)

Logistik, Zoll & Import

Auch: UZK, UCC, Union Customs Code

Der Unionszollkodex bildet den rechtlichen Rahmen für Zollverfahren in der Europäischen Union. Die deutsche Abkürzung lautet UZK, international wird UCC verwendet. Der UZK ist die Verordnung (EU) Nr. 952/2013; Details folgen auch aus Delegations- und Durchführungsrecht.

Wann betrifft mich das: Sobald ein Unternehmen Ware aus einem Drittland in die EU einführt oder aus der EU ausführt, laufen die zollrechtlichen Grundregeln im Hintergrund über den UZK. Im Tagesgeschäft begegnen sie Ihnen zum Beispiel bei Zollanmeldung, Zollwert, Zollschuld oder besonderen Verfahren. Für die konkrete Sendung kommen nationale Abläufe und produktspezifische Vorschriften hinzu.

Quellen EU-Kommission: UZK-Rechtsgrundlagen

Ursprungszeugnis (Certificate of Origin)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Certificate of Origin, nichtpräferenzieller Ursprung, CoO

Ein Ursprungszeugnis bescheinigt, in welchem Land eine Ware ihren nichtpräferenziellen Ursprung hat. Dieser Ursprung ist zum Beispiel für handelspolitische Maßnahmen, Einfuhrbeschränkungen oder Kennzeichnungsvorgaben wichtig. Das Dokument führt nicht automatisch zu einem niedrigeren Zollsatz; dafür ist ein passender Präferenznachweis nötig.

Beim Import: Klären Sie zuerst, wofür der Ursprung nachgewiesen werden soll. Für eine Zollvergünstigung gelten die Regeln und Nachweise des jeweiligen Handelsabkommens. Bei einer normalen Einfuhr in die EU ist ein Ursprungszeugnis nicht pauschal vorgeschrieben, der in der Zollanmeldung angegebene Ursprung muss aber belegbar sein.

Quellen EU-Kommission: nichtpräferenzieller Ursprung · EU-Kommission: Präferenznachweise

V

Verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA)

Logistik, Zoll & Import

Auch: vZTA, verbindliche Tarifauskunft

Eine verbindliche Zolltarifauskunft ist eine schriftliche Entscheidung des Zolls, welcher Warennummer ein genau beschriebenes Produkt zugeordnet wird. Sie bindet den Inhaber und die Zollbehörden in der EU grundsätzlich drei Jahre lang. Über Ursprung, Zollwert oder Produktsicherheit entscheidet sie nicht.

Für die Zollanmeldung: Ein Antrag lohnt sich besonders, wenn die Einreihung unklar ist und davon erhebliche Abgaben oder Auflagen abhängen. Beschreiben Sie Material, Funktion und Ausführung vollständig und fügen Sie bei Bedarf ein Muster bei. Vor jeder Nutzung muss geprüft werden, ob das importierte Produkt noch genau der beschriebenen Version entspricht und die Entscheidung weiterhin gilt.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen, Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Quellen EU-Kommission: Binding Tariff Information

VGM (Verified Gross Mass)

Logistik, Zoll & Import

Auch: Verifizierte Bruttomasse, SOLAS, Containergewicht

VGM steht für Verified Gross Mass und bezeichnet die bestätigte Bruttomasse eines gepackten Seecontainers. Sie umfasst Ware, Verpackung, Sicherungsmaterial und Eigengewicht des Containers.

Für die Transportabwicklung: Ohne rechtzeitig übermittelte VGM-Angabe darf ein Container grundsätzlich nicht auf ein SOLAS-pflichtiges Schiff verladen werden. Verantwortlichkeit, Wiegeverfahren und Meldefrist sollten vor der Anlieferung am Terminal geklärt sein.

Quellen IMO: Containertransport/VGM

Vorlaufzeit (Lead Time)

Lieferanten & Verhandlung

Auch: Lieferzeit, Lead Time

Die Vorlaufzeit ist die Zeit vom definierten Startpunkt bis zum definierten Endpunkt eines Vorgangs. In der Beschaffung kann sie Musterfreigabe, Materialbeschaffung, Fertigung, Prüfung, Transport, Zoll und Nachlauf umfassen. Eine reine „Transit Time“ des Frachtführers ist daher nicht automatisch die Lieferzeit bis zum Lager.

Für die Transportabwicklung: Im Auftrag sollte der gewünschte Ankunftstermin am konkreten Ort stehen. Der Terminplan braucht Puffer für Freigaben, Feiertage, Kapazitätsengpässe und mögliche Nacharbeit. Kritisch ist oft nicht die Seefahrt, sondern eine verspätete Musterentscheidung.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken, Hersteller finden und belastbar prüfen

Vorversandprüfung (Pre-Shipment Inspection)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: PSI, Endkontrolle, Pre-Shipment Inspection

Bei der Vorversandprüfung wird die weitgehend fertiggestellte Ware vor dem Versand anhand des vereinbarten Prüfplans kontrolliert. Je nach Produkt werden Menge, Ausführung, Funktion, Verpackung und Kennzeichnung geprüft. Ein bestandener Stichprobentest schließt Fehler außerhalb der Stichprobe nicht aus und ersetzt keine erforderliche Konformitätsbewertung oder Laborprüfung.

Für die Qualitätsprüfung: Der Bericht sollte Auftrag, Produktversion, Losgröße, Stichprobe, Ergebnisse und Fotos eindeutig verbinden. Bei Mängeln braucht es eine dokumentierte Entscheidung über Nacharbeit, Wiederholungsprüfung oder Versandstopp, bevor die Ware das Werk verlässt.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen, Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen

Quellen ISO: ISO 2859-1:2026

W

Warentarifnummer

Logistik, Zoll & Import

Auch: Zolltarifnummer, Warennummer, Warencode

Die Warentarifnummer ist die Nummer, unter der ein Produkt im Zolltarif geführt wird. Sie entscheidet mit darüber, welcher Zollsatz, welche Verbote, Genehmigungen oder zusätzlichen Maßnahmen gelten. International beginnt die Einreihung mit dem sechsstelligen HS-Code; in der EU wird sie zum achtstelligen KN-Code und bei der Einfuhr häufig zum zehnstelligen TARIC-Code erweitert.

Für die Zollanmeldung: Für die richtige Einreihung brauchen Sie belastbare Angaben zu Material, Funktion, Aufbau und Verwendung. Übernehmen Sie den Code des Lieferanten oder einen alten Bescheid für ein anderes Modell nicht ungeprüft. Prüfen Sie mit vollständigem EU-Code, Ursprung und geplantem Anmeldedatum die aktuellen Maßnahmen im TARIC.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen EU-Kommission: TARIC · EU-Kommission: Einreihung

WEEE (Elektroaltgeräte)

Qualität & Produktsicherheit

Auch: Waste Electrical and Electronic Equipment, Elektro- und Elektronikaltgeräte

WEEE bezeichnet die EU-Regeln für Elektro- und Elektronikaltgeräte. Hersteller und Importeure müssen je nach Land dafür sorgen, dass Geräte registriert, gekennzeichnet und nach dem Gebrauch zurückgenommen und ordnungsgemäß behandelt werden. Die konkreten Pflichten hängen von Geräteart, Unternehmensrolle und Absatzland ab.

Vor dem Verkauf: Prüfen Sie vor dem ersten Verkauf in jedem Zielland Registrierung, Kennzeichnung, Mengenmeldung und Finanzierung der Rücknahme. Eine deutsche Registrierung gilt nicht automatisch in anderen EU-Ländern. WEEE betrifft die Entsorgung; Stoffbeschränkungen nach RoHS müssen separat geprüft werden.

Quellen EU-Portal: WEEE-Pflichten

Werks-Audit

Lieferanten & Verhandlung

Auch: Lieferantenaudit, Factory Audit, Herstelleraudit

Ein Werks-Audit prüft die Produktionsstätte und ihre Prozesse anhand vorab festgelegter Kriterien. Dazu können Fertigungskapazität, Qualitätsmanagement, Materialfluss, Prüfmittel, Unterlieferanten und Arbeitsbedingungen gehören. Der Nutzen hängt von Produkt und Risiko ab; ein Audit ist keine Garantie für fehlerfreie spätere Lieferungen.

Für die Qualitätsprüfung: Der Bericht sollte Beobachtungen, Nachweise und offene Abweichungen unterscheiden. Vor dem Auftrag muss geklärt sein, wer Maßnahmen bis wann umsetzt und wie deren Wirksamkeit überprüft wird. Ein Besuch ohne klare Prüffragen erzeugt vor allem Eindrücke.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen

Werkzeugkosten (Tooling)

Produktentwicklung & Private Label

Auch: Tooling, Formenkosten, Werkzeugbau

Werkzeugkosten entstehen für produktbezogene Formen, Vorrichtungen, Lehren oder Druckplatten. Sie fallen häufig vor der Serienfertigung an und können separat berechnet oder in den Stückpreis eingerechnet werden. Der wirtschaftliche Eigentümer und das Recht zur späteren Nutzung ergeben sich nicht allein daraus, wer die Rechnung bezahlt hat.

Für die Produktfreigabe: Vor der Zahlung sollten Eigentum, Standort, Kennzeichnung, Wartung, Ersatz, Herausgabe und Nutzung für andere Kunden vertraglich geregelt sein. Für den Preisvergleich sind einmalige Werkzeugkosten getrennt von wiederkehrenden Warenkosten zu zeigen.

Im Ratgeber Private-Label-Produkte kontrolliert zur Serie bringen, Total Landed Cost richtig berechnen

Z

Zahlungsbedingungen

Lieferanten & Verhandlung

Auch: Anzahlung, Restzahlung

Zahlungsbedingungen bestimmen Höhe und Fälligkeit von Anzahlungen, Teil- und Restzahlungen. Sie beeinflussen Finanzierung, Verhandlungsmacht und Risiko, besonders wenn zwischen Zahlung und Wareneingang mehrere Monate liegen. Eine späte Zahlung ersetzt allerdings keine klare Prüfung oder vertragliche Mängelregelung.

Für den Vertrag: Zahlungen sollten an überprüfbare Ereignisse geknüpft sein, etwa Freigabe einer Produktversion, Abschluss einer definierten Produktionsphase oder dokumentierte Prüfung. Bankdaten und Zahlungsempfänger müssen zum Vertragspartner passen; Änderungen benötigen einen gesonderten Bestätigungsprozess.

Im Ratgeber Hersteller finden und belastbar prüfen, Total Landed Cost richtig berechnen

Zollanmeldung

Logistik, Zoll & Import

Auch: Customs Declaration, Einfuhranmeldung

Mit der Zollanmeldung beantragt der Anmelder, Ware in ein bestimmtes Zollverfahren zu überführen. Dafür werden unter anderem Warennummer, Ursprung, Wert und Beteiligte angegeben.

Für die Zollanmeldung: Auch wenn ein Zollvertreter die Daten übermittelt, sollten Rechnung, Produktbeschreibung und Stammdaten vorab abgestimmt sein. Fehler können Abgaben, Warenfreigabe und spätere Nachweise beeinflussen; eine erfolgreiche technische Übermittlung bestätigt die sachliche Richtigkeit noch nicht.

Im Ratgeber Internationale Beschaffung mit klarem Ablauf und kontrollierbaren Risiken

Quellen EU-Kommission: Zollanmeldung

Zollverfahren

Logistik, Zoll & Import

Auch: Freier Verkehr, Zolllager, aktive Veredelung, vorübergehende Verwendung, Versand

Ein Zollverfahren bestimmt, wie Nichtunionswaren zollrechtlich behandelt werden. Beispiele sind Überlassung zum freien Verkehr, Zolllager, aktive Veredelung, vorübergehende Verwendung und Versand.

Für die Zollanmeldung: Die Überlassung zum freien Verkehr ist nicht für jeden Warenfluss wirtschaftlich optimal. Bei Reparatur, Verarbeitung, Zwischenlagerung oder Wiederausfuhr können besondere Verfahren sinnvoll sein, benötigen aber saubere Bestandsführung. Für die Nutzung ist das jeweilige Bewilligungs- und Anmeldeverfahren vorab zu prüfen; der Betrieb eines Zolllagers und die aktive Veredelung erfordern grundsätzlich eine zollrechtliche Bewilligung.

Quellen EU-Kommission: Zolllager · EU-Kommission: aktive Veredelung

Zollwert

Logistik, Zoll & Import

Auch: Transaktionswert, Bemessungsgrundlage Zoll

Der Zollwert ist der Wert, auf den ein wertabhängiger Einfuhrzoll berechnet wird. Ausgangspunkt ist meist der tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis der für die EU bestimmten Ware. Bestimmte Kosten – etwa Transport bis zur EU-Grenze, beigestellte Werkzeuge oder Lizenzgebühren – können hinzugerechnet werden; andere Beträge können abzugsfähig sein. Deshalb ist der Rechnungsbetrag nicht automatisch der Zollwert.

Für die Zollanmeldung: Prüfen und dokumentieren Sie für jede Einfuhr Lieferbedingung, Transport- und Versicherungskosten, Beistellungen, Werkzeuge und mögliche Lizenzgebühren. Halten Sie fest, welche Beträge im Rechnungspreis enthalten sind. Verwechseln Sie Zollwert, Zollbetrag und Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer nicht miteinander.

Im Ratgeber Total Landed Cost richtig berechnen

Quellen EU-Kommission: Berechnung von Zöllen und Zollwert · EU-Kommission: EUSt-Bemessungsgrundlage

Anfrage

Fragen zu einem konkreten Vorhaben?

Schildern Sie Ihr Vorhaben. Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung, ob sich eine externe Beschaffung für Sie lohnt.